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Polizei räumt mit fünf Mythen über Einbrüche auf

Diese Experten-Tipps machen Tätern das Leben schwer : Polizei räumt mit fünf Mythen über Einbrüche auf

Zum Beginn der Urlaubszeit machen sich viele Menschen Gedanken darum, wie sie die eigenen vier Wände vor unliebsamen Besuch schützen können. Die Einbruchschutz-Berater der Kreispolizei Mettmann, Udo Wilke und Lars Hannappel, geben wertvolle Tipps.

Einbrecher kommen nur nachts? Alarmanlagen schützen? Udo Wilke und Lars Hannappel kennen die Antworten auf diese Fragen. Die beiden arbeiten als Einbruchschutz-Berater bei der Kreispolizei Mettmann im Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz in Hilden. Und sie räumen mit fünf Mythen rund um das Thema Einbruch auf.

Mythos 1: „Der Einbrecher kommt am liebsten nachts im Schutze der Dunkelheit.“

Stimmt nicht! „Viele Bürgerinnen und Bürger äußern in Gesprächen mit uns oft die Sorge davor, dass plötzlich nachts ein Einbrecher neben ihrem Bett steht und ihnen Gewalt androht oder gar tatsächlich zuschlägt. Doch genau eine solche Situation wollen die Täter in aller Regel vermeiden und suchen sich deshalb andere Tatzeiten aus“, sagt Lars Hannappel. Einbrecher haben es eilig und wollen auf nicht gestört werden. Jeder Kontakt zu Bewohnern oder Nachbarn hält nicht nur auf, sondern trägt vor allem dazu bei, dass sie identifiziert werden können. Die allermeisten Täter wollen ungestört Wohnungen durchsuchen können und kommen daher lieber, wenn sie sicher sein können, dass niemand zuhause ist. Das ist in der Regel aber nicht nachts, sondern tagsüber während der gängigen Arbeitszeiten. Statistisch gesehen werden die meisten Einbrüche am Nachmittag oder frühen Abend verübt.

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Mythos 2: „Urlaubszeit = Einbruchszeit“.

Stimmt zum Teil! Die Urlaubszeit ist natürlich sehr attraktiv für Täter, weil sie oft leicht herausfinden können, ob jemand zu Hause ist oder nicht. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Einbruch zeitnah entdeckt wird, geringer. Allerdings spielt sich das Leben in der Nachbarschaft im Sommer auch eher draußen ab. Das heißt, unbekannte Personen fallen auf, wenn sie sich in fremden Gärten aufhalten. Statistisch gesehen sind der Herbst und Winter tatsächlich attraktiver für Einbrecher: Die Dämmerung setzt früher ein und durch eingeschaltetes Licht erkennen die Täter schneller, ob jemand zu Hause ist oder nicht. Das können auch Bewohner zu ihrem Vorteil nutzen und durch Zeitschaltuhren Häuser bei Abwesenheit bewohnt aussehen lassen. Dennoch gilt: Einbrecher halten sich an keine Regeln und schon gar nicht an Statistiken. Einbruchschutz ist ganzjährig ein Thema. Insbesondere deshalb, weil zwischen der Beratung bis beispielsweise zur Nachrüstung von Fenstern und Türen durchaus einige Wochen vergehen können. Wer also beruhigt in den Urlaub fahren will, sollte sich früh genug mit dem Thema auseinander setzen.

Mythos 3: „Bei mir ist nichts zu holen!“

Stimmt nicht! Denn woher soll der Einbrecher wissen, dass sich in Ihren Schubladen nicht doch Schmuck oder Bargeld befindet? Täter haben es in der Regel nicht auf teure Technik abgesehen, sondern auf kleine Gegenstände von hohem Wert, die sich leicht und diskret transportieren und unkompliziert weiterverkaufen lassen. Die Täter treffen ihre Entscheidung nicht unbedingt danach, ob ein Haus oder eine Wohnung von außen hochwertig erscheint, sondern nach den Möglichkeiten, besonders leicht und schnell in die Objekte reinzukommen. Ob es dann wirklich etwas „zu holen“ gibt oder nicht, sieht der Täter dann oft erst, nachdem er die Schubladen durchwühlt hat.

Mythos 4: „Meine Überwachungskamera und Alarmanlage schützen mich vor Einbrechern und warnen mich rechtzeitig!“

Stimmt nicht! Denn viele Täter lassen sich von Kameras und Kameraattrappen nicht abschrecken. Sie als Mieter oder Eigentümer werden zwar informiert, aber wie schnell können sie reagieren und die Polizei rufen? Im Schnitt dauert ein vollendeter Einbruch rund fünf Minuten – vom eigentlichen Vorgang des Eindringens in eine Wohnung oder ein Haus bis zum Verlassen des Objekts. Der Sachschaden übersteigt häufig den Wert der gestohlenen Gegenstände. „Mechanik vor Elektronik“, lautet das Motto der Einbruchschutz-Experten der KPB Mettmann. „Elektronische Überwachungssysteme und Alarmanlagen können durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein. Die eigentliche Einbruchsdauer hinauszögern, kann aber nur mechanischer Einbruchschutz. Die ersten 30 Sekunden sind entscheidend: Braucht der Täter zu lange, um ein Fenster oder eine Türe aufzuhebeln, wird er davon ablassen. Die Gefahr, entdeckt zu werden, steigt mit der Zeit, die voranschreitet“, erläutert Kriminalhauptkommissar Udo Wilke.

Mythos 5: „Selbst wenn es passiert: Die Versicherung zahlt doch!“

Stimmt in der Regel nicht. „Informieren Sie sich ganz genau, in welchen Fällen Ihre Versicherung welche Leistungen erbringt“, erklären die Experten. Den meisten Einbruchsopfern geht es hinterher auch gar nicht so sehr um den materiellen Schaden. Der emotionale Schaden, wenn ein unersetzbares Familienerbstück gestohlen wird, ist sehr viel höher. Außerdem unterschätzen viele Bürgerinnen und Bürger die psychischen Folgen eines versuchten oder vollendeten Einbruchs: sich im eigenen Zuhause nicht mehr wohl und sicher zu fühlen, ist eine große seelische Belastung. Ein Umzug ist vielen, vor allem älteren Personen so ohne weiteres gar nicht möglich. Viele investieren leider erst dann in sichere Türen und Fenster, wenn es bereits passiert ist.

Diese Tipps geben die Experten, um es Einbrechern möglichst schwer zu machen. „Nutzen Sie das kostenlose Beratungsangebot unserer Experten der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Hilden. Die Berater nehmen sich Zeit und beraten Sie individuell. Beispielsweise ist es möglich, anhand der Lage und Bebauung in der Umgebung, das Einbruchsrisiko Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung zu ermitteln“, erklären sie. Kontakt: Telefon 02104 982-7777 oder per Mail an einbruchschutz.mettmann@polizei.nrw.de.