Haan: Politik unter einem guten Stern

Haan : Politik unter einem guten Stern

Rund 30 Sternsinger aus dem ganzen Stadtgebiet besuchten das Haaner Rathaus. In diesem Jahr engagieren sich die Kinder insbesondere für ihre Altersgenossen in Madagaskar.

Auch im neuen Jahr stehen die Mitglieder von Rat und Verwaltung unter einem ganz besonderen Schutz: Gestern waren die Sternsinger zu Gast im Rathaus und schrieben den traditionellen Segenswunsch „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus“) über die Tür zum Sitzungssaal. Bürgermeister Knut vom Bovert nutzte die Gelegenheit zu einem ironischen Seitenhieb auf die politischen Auseinandersetzungen im Stadtrat: „Ich hoffe, dass sich der Segen vor allem auf diesen Saal auswirkt.“

Spendenbereitschaft ist hoch

Pastoralreferent Thomas Burgmer, der die rund 30 Kinder aus Haan und Gruiten ins Rathaus begleitete, erläuterte das diesjährige Thema der bundesweiten Sternsingeraktion: „Der Schwerpunkt liegt diesmal auf Madagaskar. Wir wollen den Kindern dort die Möglichkeit geben, auf Schulen zu gehen und gut zu leben – vor allem ohne Kinderarbeit.“

Außerdem soll ein Beitrag für den Naturschutz geleistet werden. Zu diesem Zweck sowie für weitere Kinderhilfsprojekte in der ganzen Welt sammeln die Sternsinger Spendengelder, indem sie von Haustür zu Haustür sowie durch Schulen und Kindergärten ziehen.

Die Spendenbereitschaft ist hoch, wie auch Leon Plötzer und Robin Adolphi bestätigten. Nach den Hausbesuchen in dieser Woche ist die Sammelbüchse der beiden achtjährigen Gruitener gut gefüllt. Ihnen macht das Sternsingen Spaß: Auch für Neuling Robin ist das Vorsingen vor der Haustür „keine große Sache“ – schließlich ist er als derzeitiger Haaner Kinderprinz schon publikumserfahren. Leon kennt das Prozedere bereits von seinem Einsatz im vorigen Jahr. „Uns ist es wichtig, anderen Kindern zu helfen“, erklärte Leon sein und Robins Engagement für die gute Sache.

Die Haaner Sternsinger beweisen auch abseits ihrer Touren durch das Stadtgebiet Selbstlosigkeit: So haben sie in diesem Jahr beschlossen, einen Teil der Süßigkeiten, die sie an den Haustüren geschenkt bekommen, an die Hilfsorganisation „Die Tafel“ abzugeben.

Ohne Konfessionsgrenzen

„Dass ihr bereit seid zu helfen, finde ich ganz großartig“, lobte Knut vom Bovert den Einsatz der Kinder. Zum Dank gab es für jeden Sternsinger eine Tafel Schokolade. Im Übrigen können sich mittlerweile nicht mehr nur katholische Kinder am Sternsingen beteiligen. Robin Adolphi beispielsweise ist Protestant. „Schließlich ist das für alle da, es glauben doch alle an Jesus“, stellte sein Freund Leon Plötzer entschieden fest. Hilfsbereitschaft und Anteilnahme, die über alle Grenzen hinausreicht: Dies ist ganz im Sinne der Heiligen Drei Könige, die sich aus dem fernen Morgenland zu einer Krippe in Betlehem aufmachten – und an die das Sternsingen erinnert.

(RP)