Politik stärkt sozialen Wohnungsbau

Hilden : Politik stärkt sozialen Wohnungsbau

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH erhält 20 Prozent vom Erlös des Schweitzer-Areals.

Sechs Investoren hatten sich um das Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule beworben. Den Zuschlag erhielt die Firma Waldner Wohnungsbau GmbH aus Langenfeld. Sie soll in den kommenden Jahren knapp 100 Wohnungen als Reihen- und Mehrfamilienhäuser auf der rund 13.500  Quadratmeter großen Fläche bauen. Bürgermeisterin Birgit Alkenings war zufrieden: „Ich bin froh, dass das Projekt jetzt in die Endphase geht. Wir haben mit Waldner Wohnungsbau einen Investor gefunden, der nicht nur den Mindestkaufpreis von 3.325.000 Euro weit überboten hat, sondern auch all unsere Bedingungen erfüllt.“ Bis zu 22 preisgedämpfte Einfamilienhäuser sowie zehn bis 16 öffentlich geförderte Wohnungen wird das Familienunternehmen errichten. 20 Prozent des Verkaufserlöses stellt die Stadt ihrer Wohnungsbaugesellschaft WGH als Kapitaleinlage zur Verfügung. Das hat der Stadtrat auf Antrag der SPD mit großer Mehrheit beschlossen. Hintergrund: Die WGH kann nur dann weitere öffentlich geförderte Wohnungen errichten, wenn sie bei jedem neuen Projekt 20 Prozent der Investitionssumme als Eigenkapital bereitstellen und nachweisen kann. Ohne diesen Nachweis darf der Kreis Mettmann keine öffentlichen Mittel bewilligen. Das im Geschäftsbericht mit 22 Prozent ausgewiesene Eigenkapital der WGH spielt bei der Genehmigung keine Rolle. Auf dem Schweitzer-Areal ist ein Grundstück für die WGH reserviert. Dort könnten zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. „Die Finanzspritze versetzt die WGH in die Lage, zu handeln“, sagte Anabela Barata (SPD). „Auf dem Schweitzer-Gelände besteht am ehesten die Möglichkeit, Sozialwohnungen zu schaffen“, meinte Klaus-Dieter Bartel (Grüne): „Wir betrachten das als kleinen Ausgleich.“ Die CDU trage den Beschluss im Grundsatz mit, erklärte Rainer Schlottmann: „Wir möchten das Geld aber nicht einfach so zur Verfügung stellen. Jedes WGH-Projekt soll im Einzelfall vorgestellt und erst dann freigegeben werden.“ Es gebe noch andere Möglichkeiten, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, meinte Ludger Reffgen: „Die Bürgeraktion stimmt zu. Wir brauchen aber vielschichtige Lösungen.“ FDP und Allianz für Hilden stimmten dem Antrag nicht zu. Die WGH errichtet derzeit elf öffentlich geförderte Wohnungen an der Hochdahler Straße 233 für rund 2,5 Millionen Euro. Für das Vorhaben hat der Kreis ein öffentllches Baudarlehen in Höhe von 1,5 Millionen Euro bewilligt. Das Haus soll Weihnachten 2019 fertig sein, hofft WGH-Geschäftsführer Andre von Kielpinski-Manteuffel. Die WGH kann aber nur bauen, weil die Stadt ihr das Grundstück kostenfrei überlassen hat. Es wurde als Stammkapitalerhöhung in das Unternehmen eingelegt. Die Kaltmiete beträgt im ersten Jahr 5,75 Euro pro Quadratmeter.

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