Haan: Planung für neues Gymnasium gestartet

Haan: Planung für neues Gymnasium gestartet

Bau- und Schulausschuss beschlossen, die Schule neu zu bauen. Unklar ist, woher die 25,7 Millionen Euro für die Investition kommen sollen.

Das Haaner Gymnasium soll am alten Platz neu gebaut werden. Fast einstimmig fassten am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Sitzung die Mitglieder des Bau- und des Schulausschusses den Grundsatzbeschluss, das derzeit auf 25,7 Millionen Euro geschätzte Projekt zu starten. Die Grün-Alternative Liste (GAL) enthielt sich der Stimme, weil zum jetzigen Zeitpunkt der tatsächliche Umfang und die Finanzierung des Vorhabens noch nicht absehbar seien. Bürgermeister Knut vom Bovert machte unmissverständlich klar, dass "mit dem Beschluss das Gymnasium noch nicht gebaut" sei. Denn das nötige Geld sei nicht vorhanden. Wer die Schule neu bauen wolle, müsse dann auch sagen, dass damit andere Projekte, und seien sie noch so wünschenswert, über Jahre nicht verwirklicht werden könnten.

Große Teile des Lehrerkollegiums und viele Gymnasiasten verfolgten die erste Beratungsrunde über die Neubaupläne. Die meisten trugen ein hellblaues Poloshirt mit dem Schulsymbol und demonstrierten damit auch ein Stück Geschlossenheit. In der Schule selbst gibt es einen Arbeitskreis, der sich seit längerer Zeit mit Fragen beschäftigt, welche Räume und Kapazitäten das Gymnasium in Zukunft benötigt.

Immer wieder brandete Applaus auf, wenn Sprecher der einzelnen Fraktionen sich klar für das Bauprojekt aussprachen, das der Belastung einer Gebäudeteile durch Polycholierte Biphenyle (PCB) endgültig ein Ende bereitet. Dieses Ziel, so machte Bernd Stracke (SPD) klar, habe für seine Fraktion ganz oben gestanden. Denn bei der Sanierung der Grundschule Bollenberg blieb 2003 ein Rest an Belastung und machte 2010 eine zweite, millionenschwere Sanierung nötig.

"Wir wollen kein weiteres Flickwerk mehr haben", merkte Marlies Goetze (CDU) an. Michael Ruppert (FDP) stimmte für den Neubau, musste "aber schon schlucken, wenn man die Zahl sieht." 25,7 Millionen Euro — das sei eine ganze Jahressteuer-Einnahme der Stadt, machte er die Größenordnung der Investition deutlich. Der Neubau bei laufendem Schulbetrieb werde über Jahre für die Schule aber "kein Zuckerschlecken" werden.

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Andreas Rehm (GAL) fand die vorliegenden Fakten als nicht ausreichend für eine so große Entscheidung. Vielleicht könnten Teile des Altbaues erhalten und modern saniert werden. Die GAL erwarte vor einer Entscheidung eine Bandbreite von Varianten.

Technischer Beigeordneter Engin Alparslan erklärte, die Planung müsse noch weiter verdichtet werden. Dabei werde die Stadt auch externe Fachleute einsetzen. Schon jetzt stehe fest, dass die neue Schule kleiner sein könne als die alte. Sein Fraktionskollege Jochen Sack, der damals zum ersten Jahrgang im Neubau gehörte, erinnerte, dass vor 40 Jahren die Schüler in eine "Schachtel, namens Klassenraum" gesteckt worden seien. Dieses Konzept sei eigentlich heute schon überholt. In Zukunft — etwa mit Blick auf den Ganztagsbetrieb — müssten die Räumlichkeiten ganz andere Anforderungen als ein Stück Lebensraum erfüllen.

"Das Gymnasium ist in die Jahre gekommen", befand Rainer Wetterau (CDU) und müsse auf den neuesten Stand gebracht werden, "um sich in der Bildungslandschaft und im Wettbewerb der Schulen behaupten zu können". Heute kommen nur fünf Prozent der 935 Schüler im Gymnasium Adlerstraße nicht aus Haan. Dagegen besuchen viele Kinder aus Haan auswärtige Gymnasien und Gesamtschulen. Nach der neuen Bevölkerungsprognose sinkt die Zahl der Gymnasiasten bis 2025 auf 898 (oder um 3,6 Prozent). Vielleicht verändert eine neue Schule ja das Wahlverhalten von Eltern und Schülern.

(RP)
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