Hilden: Planen ja, bauen vielleicht

Hilden: Planen ja, bauen vielleicht

Der Haupt- und Finanzausschuss hat 130 000 Euro in den Haushalt eingestellt: für neue Duschen und Umkleiden auf dem Sportplatz Furtwänglerstraße und die Modernisierung des Ascheplatzes Schützenstraße.

Kämmerer Heinrich Klausgrete hat ein 8,5 Millionen Euro großes Loch in seinem Haushalt. Deshalb hatte er die Modernisierung des Sportplatzes Schützenstraße wieder einmal aus dem Haushaltsplan-Entwurf 2010 gestrichen. Das sah eine Mehrheit aus CDU, SPD, FDP und Grünen anders. Sie bewilligten — gegen die Stimmen von Unabhängigen und Bürgeraktion — für dieses Jahr 100 000 Euro Planungskosten für den Sportplatz Schützenstraße sowie 30 000 Euro Planungskosten für neue Duschen, Umkleiden und Räume auf dem Sportplatz Furtwänglerstraße. Die Mittel kommen in den Haushalt, müssen von der Politik aber noch einmal extra freigegeben werden.

Antrag des Stadtsportverbandes

Alle städtischen Sportplätze in Hilden haben inzwischen Kunstrasen — bis auf die Anlage Schützenstraße. Über deren Zukunft wird seit zehn Jahren diskutiert. Zunächst wollte der Platz aufgegeben und mit Wohnungen bebaut werden. 2007 wies eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln nach, dass er für den Sport in Hilden unverzichtbar sei. Während Vereine mit Kunstrasen einen Mitglieder-Boom erlebten, laufe ihnen die Jugend weg, klagen die dort beheimateten Vereine AC Italia, Türkischer Fußball Club und Marokkanischer Sportverein 04. Deshalb machte sich der Stadtsportverband jetzt mit einem Bürgerantrag für einen Kunstrasenplatz an der Schützenstraße stark.

  • Kommentar : Beunruhigend

Populismus-Vorwurf

Probleme haben auch die Sportler an der Furtwänglerstraße. Die über 30 Jahre alten Umkleiden, Duschen und Kabinen sind marode und für den Spielbetrieb viel zu klein. Der SV Hilden-Nord könne deshalb zurzeit keine Jugendlichen aufnehmen, sagt der Verein. Ein Neubau würde knapp 1,2 Millionen Euro kosten. Für die Planung stellte der Hauptausschuss 30 000 Euro in diesem Jahr bereit. Der Neubau könne in Modulen nach und nach gebaut werden, schlug die CDU vor. Im Hauptausschuss warnte Fraktionsvorsitzender Dr. Peter Schnatenberg: Planen heiße nicht bauen. Entscheidend sei, ob Geld da sei. Es sei unverantwortlich, bei den Vereinen Hoffnung zu wecken, attackierte daraufhin Udo Weinrich, Fraktionsvorsitzender der Bürgeraktion Hilden.

Seine Fraktion setze sich seit Jahren für den Platz Schützenstraße ein, sehe derzeit aber keine solide Finanzierung für einen Kunstrasenplatz. Er warf CDU und SPD Populismus vor: "Der Beschluss hält nur bis zur Landtagswahl." Bei der Sanierung des Sportplatzes Schützenstraße gebe es kein Zurück, betonte Klaus-Dieter Bartel: "Es wäre falsch, dort nein zu sagen." An der Schützenstraße finde auch Schulsport statt. Deshalb sei die FDP für die Sanierung 2011, so Rudolf Joseph. Eine neue Tennendecke dort sei auch nicht billiger als Kunstrasen, sagte Birgit Alkenings (SPD). Dann könne man auch dem Wunsch der Vereine folgen.

(RP)