1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Haan: Plan B für den Technologiepark

Haan : Plan B für den Technologiepark

Nachdem Johnson Controls den Bau seiner neuen Europazentrale auf Eis gelegt hat, wird über Alternativen nachgedacht. Die Stadt Haan will vor weiteren Entscheidungen bei "NRW Invest" Rat einholen.

Es bleibt weiter offen, was mit dem 16 Hektar großen Areal südlich von Millrather Straße und Windfoche geschehen wird. Der Automobilzulieferer Johnson Controls hat seine Pläne zum Bau der neuen Europazentrale im Technologiepark Haan/NRW vor zwei Wochen erst einmal auf Eis gelegt. Laut Bürgermeister Knut vom Bovert hatte sich das Weltunternehmen bis gestern noch keine Option gesichert, dass das Gelände bis 2015 — erst dann soll die Entscheidung gefasst werden — verfügbar bleibt. Die Stadt denkt über Alternativen nach.

"Das Areal soll auf jeden Fall als Technologiepark weiterentwickelt werden", stellte Elmar Jünemann von der Haaner Wirtschaftsförderung klar. In Kürze solle mit NRW Invest, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes, über das Potenzial der großen Fläche gesprochen werden, die auch durch mehrere mittelständische Unternehmen nutzbar wäre. Eine Hürde gibt es bei der Vermarktung — etwa auch bei der nächsten Immobilienmesse Expo Real in München. Derzeit kann Unternehmen noch keine verbindliche Zeitschiene aufgezeigt werden. Einen Bebauungsplan gibt es noch nicht. Parallel wird an Fragen der äußeren Erschließung — unter anderem durch den Ausbau der Kreuzung Oberhaan (Polnische Mütze) gearbeitet. Auch Aspekte des Artenschutzes werden weiter geklärt.

  • Solingen : "Bald ist die letzte Fläche verkauft"
  • Solingen : Betriebsrat will Jobs sichern
  • Solingen : Umbau bei Hammerstein

Die Firma Retsch/Verder bedauert die Plan-Entscheidung des Burscheider Automobilzulieferers. "Wenn Johnson Controls nicht käme, wäre das sehr schade für Haan", sagt Geschäftsführer Jürgen Pankratz. Einfluss auf die Geschäfte von Retsch habe der Zuzug oder das Wegbleiben von Johnson Controls indes nicht. Dafür seien Labor- und Automobilbranche zu weit von einander entfernt. "Ein wenig Sorge macht uns allerdings die Baustraße vor unserem Haus", sagt Pankratz. "Bislang hieß es immer, sie werde gemacht, wenn Johnson Controls da sei." Nun befürchte man, dass das Provisorium noch länger bestehen bleibt. "Dabei wäre es schön, wenn die Straße endlich fertig gebaut würde."

Auch beim Unternehmen Amada, das auf Blechbearbeitungsmaschinen und -werkzeuge spezialisiert ist, bleibt man gelassen. "Aus heutiger Sicht können wir sagen, dass der 2009 erfolgte Standortwechsel der Amada GmbH in den Technologiepark Haan nach wie vor die richtige Entscheidung für unser Unternehmen war", sagt Amada-Gesamtvertriebsleiter Christof Behrendt zur Entscheidung bei JC. "Wir können jedoch aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen, dass die Entscheidung eines Unternehmenswechsels an ,den idealen Standort' ein langer Prozess ist, der gezielte, mitunter auch jahrelange Planung erfordert."

(RP)