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Kreis Mettmann: Pferdemist stört Fußgänger

Kreis Mettmann : Pferdemist stört Fußgänger

Die Wanderwege rund um die Grube 7 sind durch Hinterlassenschaften der Reittiere stark verschmutzt und zum Teil beschädigt. Naturschützer schlagen ein Reitverbot vor.

Die Wanderwege im Bereich der Grube 7 sollen für Reiter gesperrt werden. Das schlägt Sven Kübler, einer der Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU), in einer E-Mail an Bürgermeister Knut vom Bovert vor. Statt bei einem schönen Abendspaziergang Natur zu genießen, müsse der Blick permanent auf den Boden gerichtet werden, "um nicht im nächsten Pferdehaufen zu stehen". Es dürfe nicht sein, "dass Nicht-Reiter unter fehlenden Reitwegen und dadurch verschmutzten Wanderwegen zu leiden haben", stellt Kübler fest.

Reiter dürfen mit ihren Pferden alle Wege in der freien Landschaft benutzen. Dazu auch auf allen Straßen reiten. Bernhard May von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises weist auf komplizierte Rechtsgrundlagen hin, die keine pauschalen Aussagen ermöglichten. "Da muss jedes Wegstück separat angeguckt werden." Wenn Schäden entstehen, gewähre das Land Unterhaltszuschüsse, wenn diese über den Kreis beantragt würden. Auch gibt es ein Ackerrandstreifenprogramm: Landwirte bewirtschaften ihre Ländereien ganz normal und erhalten eine Ausfallentschädigung, wenn durch Reitbenutzung die Randbereiche keine Erträge abwerfen. Nur in reinen Waldbereichen sei das Reiten verboten.

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Claus Hippel, Leiter des Haaner Betriebshofes, würde ein Reitverbot auf den Wegen begrüßen. "Das versuchen wir schon seit Jahrzehnten", meint er. Bereits 1996 habe der damalige Technische Beigeordnete Ulrich Trapp in Schreiben an den Kreis die Anlage von Reitwegen gefordert, weil die rund 100 Reitpferde im Umfeld der Grube 7 Wald und Wanderwege in Mitleidenschaft zogen. Die Stadt Haan habe auch ihre Bereitschaft erklärt, dafür nötige Flächen zur Verfügung zu stellen. Passiert sei aber nichts. "Eine Lobbyistengruppe betreibt auf Kosten der Allgemeinheit ihr Hobby", findet Hippel. Je mehr geritten werde, desto mehr werde zerstört. Daran änderten auch die Kalksteine auf den Wegen im Bereich Grube 7 nichts. Mehrere tausend Euro müssten jedes Jahr in die Wegepflege gesteckt werden. Als Lösung sähe Hippel ein grundsätzliches Reitverbot außerhalb von Reitanlagen an.

Karoline Kaldemorgen von der Quarterhorse Ranch auf Gut Hermgesberg beklagt, dass Reitwege schlecht beschildert seien und es keine Karten gebe. Manche Reitwege würden auch von Mountainbikern und Fußgängern genutzt. Verärgert ist sie, dass ein erst vor zwei Jahren angelegter Reitweg jetzt der Erweiterung des Kalksteinbruchs im Osterholz zum Opfer falle. Ein Reiter merke nicht unbedingt, wenn sein Pferd "äppele". Wenn Gruppen unterwegs seien, gebe es Hinweise und Reiter räumten zum Teil die rein pflanzliche Hinterlassenschaft des Pferdes zur Seite.

Die Naturschützer investieren eine Menge Arbeit in den früheren Steinbruch, wo viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat gefunden haben. "Für Besucher ist das Ensemble Grube 7 und Dorf Gruiten eine runde Sache. Nicht zuletzt durch die Geocacher wird dieses schöne Stück Natur entdeckt", schreibt Kübler. Gerade habe die Stadt einige Aussichtspunkte freischneiden lassen, die Besuchern einen tollen Blick in die Naturkulisse eröffnen. Umso mehr störten durch Pferde erheblich geschädigte und verschlammte Wege, Trittspuren und losgetretene Steine auf den Steigungen.

(RP)