Haan: PCB: Eile bei Gymnasium

Haan: PCB: Eile bei Gymnasium

Das nötige Geld hat Haan zwar nicht, doch die Bezirksregierung drängt, das mit Giftstoffen belastete Gymnasium zu sanieren oder ein neues Gebäude zu bauen. Die Parteien ziehen hier an einem Strang – anders als im Landtag.

Das nötige Geld hat Haan zwar nicht, doch die Bezirksregierung drängt, das mit Giftstoffen belastete Gymnasium zu sanieren oder ein neues Gebäude zu bauen. Die Parteien ziehen hier an einem Strang — anders als im Landtag.

Seit 15 Jahren weiß die Stadt Haan, dass unter anderem das Gymnasium an der Adlerstraße mit krebsauslösenden Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet ist. Getan hat sich nichts. Nun ist um PCB in Schulen und Kindergärten im Düsseldorfer Landtag ein Streit entbrannt. Die CDU wirft SPD und Grünen vor, bei Giftstoffen in Lebensmitteln sofort Alarm zu schlagen, PCB in städtischen Gebäuden jedoch unter den Tisch zu kehren.

Eine Behauptung, die Bernd Stracke, Vorsitzender der Haaner SPD, so nicht stehen lassen will. "Als die CDU im Landtag fünf Jahre lang das Sagen hatte, hatte sie den Kommunen auch keine finanzielle Unterstützung für Sanierungen zukommen lassen", sagt er.

Für ihn steht es außer Frage, dass beim Gymnasium in der Gartenstadt nun Eile geboten ist. "Die Sanierung ist seit zehn Jahren überfällig", sagt der Politiker. Man benötige aber zunächst einmal verlässliche Kostenschätzungen von der Stadtverwaltung, um zu wissen, wie viel Geld man auftreiben müsse. "Mal ist von 17 Millionen Euro die Rede, mal von 25 Millionen Euro", erklärt Stracke. "Acht Millionen Euro Unterschied sind schon eine Menge."

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Drei Alternativen seien denkbar, die von der Verwaltung zurzeit untersucht würden: eine Sanierung des alten Gebäudes, ein Neubau am jetzigen Schulstandort und ein Neubau an einem anderen Standort. "Umbau oder Neubau an der Adlerstraße würden nur im laufenden Betrieb gehen", sagt der Sozialdemokrat. Kein leichtes Unterfangen. Das wäre aber noch nicht einmal der — theoretisch denkbare — Abriss des Gebäudes, da auch hier die Schadstoffe aufwendig entsorgt werden müssten. Grundsätzlich zögen die Haaner Parteien in Sachen Gymnasium an einem Strang. "Wir alle sehen die Schule ganz weit oben auf der Prioritätenliste und wollen es auf jeden Fall erhalten."

Das bestätigt Wolfram Lohmar, Vorsitzender der Haaner CDU. "Es ist gemeinsamer Konsenz, das Gymnasium nicht abzuschaffen", sagt er. Man müsse jetzt nur überlegen, wie sich dies bewerkstelligen lasse. "Eine Gesundheitsgefahr besteht nicht." Das Gebäude befinde sich unter der laufenden Beobachtung der Bauaufsicht. Allerdings wisse er, dass die Eltern der Schüler in Sachen PCB sehr sensibel seien. "Meine Tochter war selbst auf der Schule. Das Thema ist ein Dauerbrenner", berichtet Lohmar.

1997 hatte Haan erstmals seine städtischen Gebäude auf PCB untersuchen lassen und war in zehn Bauten fündig geworden. Die höchsten Belastungen gab es in der Schule Bollenberg, am Gymnasium war das Schulleiter-Büro am stärksten betroffen. In den Unterrichtsräumen wurden nur geringe Werte gemessen — alle unterhalb der Grenzwerte.

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(RP/ac)