Hilden: Panoramaradweg mit Pannen

Hilden: Panoramaradweg mit Pannen

Im Bereich Haan fehlen nicht nur Wegweiser, sondern auch noch eine Asphaltdecke. Kurz vor Kettwig endet die schon rege genutzte Rad-Route an einem Waldhang. Der Kreis bemüht sich um schnelle Hilfe.

"Vorsicht, Absturzgefahr. Keine Durchfahrt!!!" Ein Hinweis, den man eigentlich nicht kurz vor dem Ende eines gerade erst eröffneten und mit vielen öffentlichen Mitteln geförderten Radweges erwartet. Wer den Panorama-Radweg Niederbergbahn von Haan über Wülfrath und Velbert bis hinunter nach Kettwig geschafft hat, stößt aber derzeit unweigerlich kurz vor dem Ziel auf diese Barriere, obwohl die asphaltierte Trasse eine Weiterfahrmöglichkeit suggeriert. Nach ein paar hundert Metern endet der Ausbaubereich dann abrupt an einer Waldböschung, die allenfalls noch geübten Mountainbikern zuzumuten ist. Otto-Normal-Radler hätte bereits am ersten Gitter auf die Straße abbiegen müssen, um das Ziel des Radweges zu erreichen.

Fehlende Rampe folgt bis Oktober

Natürlich solle dieser Radweg nicht einfach plötzlich an einem Waldhang enden, bekräftigt Kreisbaudirektor Friedhelm Reusch, als Leiter der Stabsstelle Technische Koordinationsprojekte seit geraumer Zeit mit der Erstellung des Panorama-Radweges befasst. Für dieses Teilstück gebe es eine Kooperation mit den Kollegen in Essen. Und dort habe es Verzögerungen gegeben. Er gehe davon aus, dass die noch fehlende Rampe zum Sengenholzer Weg in Kettwig spätestens im Oktober fertig ist.

Doch dies ist nicht das einzige Problem, mit dem sich Reusch in den letzten Tagen herumschlagen musste. Viel gravierender ist für ihn die Unzuverlässigkeit, die einige am Ausbau der Strecke eingesetzte Unternehmen im Bereich Haan an den Tag gelegt hätten. Da ist zum einen die immer noch weitgehend fehlende Beschilderung der neuen Route. Der Solinger Arzt Dr. Peter Holbeck, ein begeisterter Radfahrer, beklagte sich kürzlich nach seiner ersten Tour über seine "Irrfahrt nach Kettwig", verwies auf unfertige Teilstücke und fehlende Hinweisschilder.

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Eigentlich hätte die Beschilderung zum 1. Juli fertig sein sollen, erläutert Friedhelm Reusch. Doch das Unternehmen aus Bottrop, das den Auftrag zum Aufstellen der Schilder hatte, habe die Termine nicht eingehalten und Schilder teils falsch angebracht. So auch an einer Stelle in Hahnenfurth, wo alle Hinweise in die falsche Richtung zeigen. Wer nach Düssel will, wird nach Haan geschickt, der Pfeil nach Wuppertal weist tatsächlich nach Mettmann. Um den Radlern zu helfen, habe der Kreis inzwischen schon einige provisorische Hinweise in Schutzfolie angebracht. Noch schlechter ist Reusch auf das Unternehmen zu sprechen, das mit den Teilstücken auf der alten Straßenbahntrasse in Haan befasst war. Sicher habe es wetterbedingte Verzögerungen gegeben, aber als man schließlich wegen der bevorstehenden Eröffnung der Route in Zeitdruck geriet, sei dieses Unternehmen irgendwie weggetaucht. Die Mitarbeiter seien nie zu erreichen gewesen, obwohl man über die Handynummern verfügte. Und schließlich habe das Unternehmen einen Aufpreis verlangt, weil die Arbeit ja viel schwieriger sei als vermutet.

Kreis entzog den Bauauftrag

"Man wusste, wir stehen unter Zeitdruck, und hat einen Nachschlag zum vereinbarten Preis verlangt", berichtet Reusch. Da habe der Kreis aber nicht mitgespielt und dem Betrieb den Auftrag entzogen. Jetzt soll das Unternehmen, das wegen der verzögerten Vorarbeiten die Asphaltdecke bisher noch nicht aufbringen konnte, die restlichen Arbeiten komplett übernehmen.

Hintergründe im Internet unter www.rp-online.de/Hilden

(RP)
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