Hilden: Osterdeko - längst mehr als Hahn und Ei

Hilden: Osterdeko - längst mehr als Hahn und Ei

Väterchen Frost macht schlapp - Zeit, sich den Frühling ins Haus zu holen. Der Trend geht laut Einzelhandel weg vom klassischen Osterschmuck.

Nach der langen dunklen Zeit machen die jüngsten knackig-kalten Sonnentage bereits Lust auf Frühling, auf frische Farben und Osterdekorationen. Die Sehnsucht nach bunten Blüten ist groß. Das merken vor allem die Blumengeschäfte, wie "Blumen Margret Wolff" in Hilden.

"Wir haben in diesem Jahr sehr viel", sagt Eyleen Simon. Vor allem ausgefallene Blumensorten hat der Laden im Angebot. "Wir haben zum Beispiel Pfingstrosentulpen", sagt Simon. "Die sehen fast aus wie Pfingstrosen, sind aber Tulpen." Auch Papageientulpen oder die ganz seltenen wilden Tulpen sind hier zu haben. "Die sind immer ganz schnell ausverkauft."

Schneeglöckchen seien derzeit der große Renner. Viele kreative Arrangements zaubern die Mitarbeiter, wie selbstgemachte Silber- oder Goldeier, die dann in Kränzchen gelegt werden. "Wir dekorieren auch das Innenleben von Vasen", erzählt Eyleen Simon, natürlich österlich, mit Federn, Eiern, künstlichen Osterglocken. Bepflanzte und österlich dekorierte Schalen werden ebenfalls gerne gekauft. "Außerdem haben wir Betonhäschen", sagt Simon, "die sind der Hit."

  • Langenfeld/Hilden : Osterdeko - längst mehr als Hahn und Ei

Der Frühling regt also zum Umdekorieren an. Das bekommt auch der Langenfelder Laden "Teespresso" zu spüren. Obwohl mitten im Verkaufsraum rosa und grünblaue Osterhasen und Eier ausgestellt sind, geht hier der Trend weg von den typischen Osterdekorationen. "Es ist ein interessantes Phänomen", meint Barbara Maria Adam, "wir haben gemerkt, dass Hase, Huhn und Co. nicht mehr so gefragt sind." Die Leute wollen sich nicht nur für die kurze Zeit um Ostern ausrüsten, sondern Artikel, die man den gesamten Frühling stehen lassen kann. "Wir haben zum Beispiel Samtkissen im Frühlingsdesign im Angebot, für Loungen", sagt Adam, "die werden uns förmlich aus der Hand gerissen. Wir mussten schon nachbestellen."

Vor allem Wohnaccessoires seien gefragt, wie Lampen in Frühlingsfarben oder Windlichter. "Das ist total spannend", findet Adam. Der Trend gehe überdies zu knallig bunten Kombinationen. "So wie Curry und Lila", nennt die Langenfelderin Beispiele - "ein bisschen orientalisch." Vielleicht sind deshalb auch die knallbunten Hühner und Hähne aus Metall ebenfalls gefragt.

Ähnliche Erfahrungen mit der typischen Osterdeko hat Ingo Schulz vom Langenfelder Geschäft "Lebenslust" gemacht. "Das ist ein Prozess über Jahre hinweg", sagt er, "die Leute wollen Deko für einen größeren Zeitraum." Deshalb ist er auch zurückhaltend mit seinen Angeboten. "Die paar Osterhasen haben sich hierher verlaufen", meint er scherzend. Typische Osterartikel würden vor allen Dingen von älteren Kunden gekauft. "Die Jugend interessiert sich dafür überhaupt nicht mehr", weiß Schulz. Dafür können Kunden hier österliche Deko bekommen, die nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern auch köstlich schmeckt - frühlingshafte Liköre in Rosa und Zartgrün, also sehr österlich. Waldmeister-Sahne-Likör und Erdbeer-Sahne-Likör. "Die dann in entsprechenden Flaschen abgefüllt, wie etwa einer Häschen-Flasche, das macht schon was her", meint Schulz. Oder gar zweifarbig in einer Flasche in Eierform. Dekorativ - und bei kaltem Wetter hält der Likör schön warm.

(RP)