Corona-Lage Omikron breitet sich rasant im Kreis Mettmann aus

Kreis Mettmann · Bei jedem drittem Neuinfizierten im Kreis Mettmann haben Mediziner in den vergangenen sieben Tagen die hochansteckende Coronavirus-Variante nachgewiesen. Schon in wenigen Tagen könnte Omikron in unserer Region vorherrschen.

 In wenigen Tagen wird die Omikron-Variante auch im Kreis Mettmann vorherrschend sein, sind sich Experten einig.

In wenigen Tagen wird die Omikron-Variante auch im Kreis Mettmann vorherrschend sein, sind sich Experten einig.

Foto: dpa/Pavlo Gonchar

Die Omikron-Variante ist im Kreis Mettmann auf dem Vormarsch. Ein Blick auf die Fälle in den vergangenen sieben Tagen zeigt, dass jeder dritte PCR-Test auf die hochansteckende Variante ausschlägt. Eine Woche zuvor war es nur jeder fünfte, Ende Dezember jeder zehnte. Wenn es so weiter geht, ist Omikron schon in wenigen Tagen die dominierende Variante in Hilden, Haan und den anderen Städten der Kreises Mettmann. „Die Auswirkungen der Feiertage werden mit dem Schulstart und der Wiederaufnahme der Pooltestungen ihre Auswirkungen erst in den kommenden Tagen deutlich werden lassen“, erklärt Kreissprecherin Katharina Krause.

Parallel zum Anstieg des Omikron-Anteils nehmen die Infektionszahlen wieder deutlich zu. Für diesen Dienstag meldet das Gesundheitsamt mehr als 300 Neuinfizierte, die Inzidenz schraubt sich weiter in die Höhe auf nun 463,9. „Omikron zeichnet sich durch eine starke Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus“, heißt es in einer Stellungnahme des Corona-Expertenrats der Bundesregierung.

Aber es gibt auch Nachrichten, die zuversichtlich stimmen: Erste Untersuchungen aus Südafrika und Großbritannien zeigten, dass Omikron-Infektionen milder verlaufen. Das Risiko schwer zu erkranken sei laut derzeitiger Studienlage geringer. Aufgrund der Kürze der Zeit fehle allerdings die weitere wissenschaftliche Überprüfung dieser Zwischenergebnisse. Schlechter stünden Menschen ohne Immunschutz da. Bei ihnen sei nicht mit leichteren Verläufen zu rechnen, schreibt der Expertenrat.

Das bestätigt auch das Gesundheitsamt des Kreises, wie Sprecherin Katharina Krause erklärt: „Eine geimpfte (geboosterte) Person verzeichnet einen deutlich milderen Krankheitsverlauf im Vergleich zu einer ungeimpften Person. Die Anzahl der intensiv- beziehungsweise hospitalisierungspflichtigen Patienten überwiegt bei ungeimpften Personen deutlich.“ Die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern des Kreises nahm in den vergangenen Tagen allerdings insgesamt ab.

Im Kreis Mettmann werden die Proben seit langem auf Varianten des Coronavirus untersucht. „Alle Labore, von denen wir Befunde erhalten, wurden bereits im Frühjahr 2021 durch das Kreisgesundheitsamt beauftragt, für Bürger des Kreis Mettmann bei positivem PCR-Test immer auch die Nachuntersuchung auf die Virus-Variante durchzuführen“, erklärt Katharina Krause weiter. Im Dezember habe der Kreis die Laboratorien aufgefordert, die Nachtestung gezielt auf die Omikron-Variante zu erweitern.

Hotspots gibt es im Kreis Mettmann momentan keine, berichtet die Sprecherin: „Es ist ein diffuses Infektionsgeschehen.“ Auch die Ergebnisse der PCR-Tests an Grundschulen scheinen die Befürchtungen von Experten nicht zu bestätigen: Offenbar fallen nur wenige Pool-Tests positiv aus, hat eine stichprobenartige, nicht repräsentative Umfrage unserer Redaktion am Dienstag ergeben.

Nach bisherigem wissenschaftlichem Stand ist eine Omikron-Infektion schwer von einer üblichen Erkältung zu unterscheiden. Eine erste Übersicht über die häufigsten Symptome nach einer Infektion mit Omikron kommt von Experten des britischen Corona-Warnsystems ZOE. Sie halten eine laufende Nase, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Niesreiz und Halsschmerzen als die fünf häufigsten Symptome fest. Geruchs- und Geschmacksverlust hingegen, wie er beim Urtyp des Coronavirus oft beschrieben wurde, kommt ebenso wie trockener Husten bei einer Omikron-Infektion eher nicht vor. Wissenschaftler aus Südafrika und Großbritannien nennen zudem starken Nachtschweiß sowie Schmerzen im Körper als häufige Erkrankungsanzeichen.

Forscher sind sich darin einig, dass die bisherigen Vakzine  – gleich ob von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca – nur teilweise vor einer Ansteckung mit und Weitergabe des Virus schützen. Weil eine zweifache Impfung offenbar nicht ausreicht, arbeiten die Hersteller an einer auf das neue Virus angepassten Variante. Der Schutz vor schwerer Erkrankung bleibe laut dem Corona-Expertenrat wahrscheinlich erhalten. Derzeit geht man davon aus, dass eine dritte Immunisierung mit dem Moderna Impfstoff sowie eine Kreuzimmunisierung mit Oxford-AstraZeneca und Biontech/Pfizer gut gegen die Omikron-Variante schützen.

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, legt das Kreisgesundheitsamt allen Bürgern nahe, die bereits seit Anfang der Pandemie empfohlenen Verhaltensregeln einzuhalten: „Auch weiterhin gilt, dass alle AHA-L-Regeln fest in unserem Alltag zu etablieren sind, um sich und sein Umfeld maximal zu schützen“, sagt Katharina Krause.

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