Oderstraße: Tauziehen zwischen Investor und Politik

Hilden : Oderstraße: Tauziehen zwischen Investor und Politik

(cis) Baurecht gegen günstige Wohnungen: Dieser Handel ist in Hilden noch neu, in anderen Kommunen aber schon länger üblich. Die Firma Wohnbau Derr möchte an der Oderstraße zwei Häuser mit 14 Wohnungen auf einer Grünfläche und an der Straße Grünewald ein Wohnhaus mit 28 Wohnungen auf einem Garagenhof errichten.

Aktuell liegen die Pläne noch bis 15. Februar im Rathaus aus. Die SPD – mit 16 Mandaten stärkste Fraktion – stellt Bedingungen: Zustimmung für die Oderstraße nur, wenn dort komplett öffentlich geförderte Wohnungen entstehen, und für Grünewald nur dann, wenn dort 30 Prozent Sozialwohnungen entstehen. Die CDU mit 14 Mandaten zweitstärkste Fraktion – hält ihre Zustimmung offen.

Die Firma Derr hat jetzt an die Stadt geschrieben und erläutert, dass sie keine öffentlich geförderten Wohnungen errichten könne. Grund: das mit der Förderung verbundene Belegungsrecht für die Stadt Hilden. Weil nämlich mehr als 50 ihrer älteren Mieter ein persönliches Interesse an der Anmietung einer neuen, barrierefreien oder -armen Wohnung hätten. Als Kompromiss bietet das Unternehmen an, 30 Prozent der geplanten Wohnungen (14 Stück) als „preisgedämpfte“ Wohnungen im Bestand nachzuweisen. Problem für die Politik: Diese Wohnungen sind bereits belegt. Und niemand kann sagen, wann sie denn mal frei würden. Alle anderen Fraktionen sind gegen das Projekt Oderstraße.

Zu dem Kompromiss-Vorschlag des Unternehmens haben sich die Ratsfraktionen bislang noch nicht offiziell geäußert. Die Poker-Partie zwischen Politik und Investor wird wohl noch etwas länger dauern.