E-Scooter-Anbieter aus den USA Darum zieht sich Bird aus Deutschland zurück

Hilden · Das US-Unternehmen Bird kehrt nicht nur Deutschland den Rücken, sondern auch Schweden und Norwegen. Wie die Firma nun bekannt gab, stoppt sie darüber hinaus auch ihr Engagement in kleinen und mittleren Städte in den USA und im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika.

 Die Firma Bird hatte als erster Anbieter E-Scooter in Hilden stationiert.

Die Firma Bird hatte als erster Anbieter E-Scooter in Hilden stationiert.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Sie stehen momentan noch in vielen deutschen Städten wie Hilden, Monheim und Düsseldorf herum, werden auch gerne vor allem von jungen Menschen genutzt: E-Scooter der Firma Bird. Doch die US-amerikanische Firma zieht sich zurück – nicht nur aus Hilden, Monheim und Düsseldorf, sondern aus ganz Deutschland. Das teilte das Unternehmen nun auf seiner Homepage mit.

So werden die neuen E-Scooter in Hilden geparkt
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So werden die neuen Miet-E-Scooter geparkt

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Foto: Tobias Dupke

Bereits im Mai kündigte Bird an, der Mittelstadt Hilden den Rücken zu kehren – weil sich das Engagement in einer mittelgroßen Kommune scheinbar nicht besonders gelohnt hat. Diese Erfahrung hat die Firma offenbar auf der ganzen Welt gemacht: Laut Ankündigung wird sie sich aus kleinen und mittelgroßen Städten im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika, aber auch im Stammland USA zurückziehen. Darüber hinaus stoppt Bird sein Engagement in drei europäischen Ländern komplett, wie zu lesen ist: neben Deutschland auch in Schweden und Norwegen.

Seit Anfang des Jahres habe die Firma ihr Städteportfolio „gründlich überprüft, um festzustellen, ob sie über den erforderlichen regulatorischen Rahmen verfügen, um die Entwicklung einer innovativen, wettbewerbsfähigen und selbsttragenden Mikromobilitätsindustrie zu erleichtern“, heißt es auf der Homepage. Es habe sich gezeigt, dass einigen Märkten ein solcher Rahmen fehle, „was zu einem Überangebot an Fahrzeugen führt, das zu überfüllten Straßen und einer hohen, aber häufig wechselnden Anzahl von Wettbewerbern geführt hat. All dies führt unweigerlich zu erheblichen Verlusten für Betreiber, die es sich folglich nicht leisten können, weiter zu investieren und die Mikromobilität sicherer und nachhaltiger zu gestalten.“ Die Entscheidung zum Rückzug aus einigen Ländern habe auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter und Auftragnehmer in Europa sowie auf unterstützende Teams in den USA. Wenn die Roller nicht mehr vermietet werden, werden auch keine Mitarbeiter mehr vor Ort benötigt.

Aktuell können aber weiterhin Roller gemietet werden, beispielsweise in Monheim oder Düsseldorf – auch in Hilden stehen sie noch an vielen Ecken herum, obwohl das Engagement von Bird seit Mai ruht. „Da wir in benachbarten Städten aktiv sind, kann es dazu kommen, dass E-Scooter aus diesen Städten nach Hilden fahren“, erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage. Allerdings werden diese E-Scooter Hilden im Laufe der kommenden Woche verlassen, erklärte sie weiter. Das „Nutzungsgebiet Hilden“ sei jedenfalls deaktiviert, sodass hier keine Ausleihen mehr möglich wären. Das Unternehmen habe schon mehrfach nach abgestellten Rollern in Hilden gesucht – wer jedoch trotzdem noch einen findet, kann sich an die Mailadresse hilfe@bird.co wenden, damit die Roller zeitnah eingesammelt werden, erklärt der Sprecher weiter.

Während der Rückzug aus Hilden bereits (fast) komplett vollzogen ist, werden die anderen Städte in den kommenden Wochen und Monaten vom Netz genommen: „Unser Rückzug aus Deutschland findet im engen Austausch mit den Städten statt. Je nach Flottengröße rechnen wird, dass dieser Prozess in unterschiedlichen Städten unterschiedlich lange dauern wird. Es ist geplant, dass dieser Prozess bis Jahresende abgeschlossen ist“, erklärt die Sprecherin weiter.

In Hilden beschweren sich immer wieder Anwohner über E-Scooter. Einige Nutzer stellen die Elektro-Roller einfach mitten auf dem Bürgersteig oder auf Straßen ab. Zudem fahren einige von ihnen auch mit Vollgas durch die Fußgängerzone, was eigentlich nicht erlaubt ist.

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