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Neustart in Hilden: So lief der erste Schultag in der Corona-Krise

Corona-Krise : Schüler schützen sich mit Masken

Seit Donnerstag müssen Schüler in Abschlussklassen wieder in die Schule gehen, um sich dort unter strengen Hygienevorschriften auf Prüfungen vorzubereiten. Sie haben während der Corona-Krise bisher vor allem online gelernt.

Es war die Abwägung zwischen Chancen und Zwängen, zwischen guter Unterstützung beim Lernen und gesundheitlicher Sicherheit, die es jetzt vorerst rund 350 Schülern ermöglicht, wieder am Unterricht in der Schule teilzunehmen, sagt Peter Schwafferts, Schulleiter des Berufskollegs Hilden. Normalerweise besuchen rund 2400 Schüler die Bildungseinrichtung des Kreises Mettmann mit den Ausbildungsschwerpunkten Wirtschaft und Verwaltung, Informationstechnologie, Technik, Ernährung und Versorgung, sowie Biologisch-technische Assistenz.

Am 13. März erhielt die Schulleitung die Information, dass ab 16. März der Corona-Lockdown eintreten würde. Was die aktuelle Teil-Wiedereröffnung anbetraf, so hat das Schulministerium per Mails mitgeteilt, welche einzelnen Schritte bis zum Beschulungstermin erfolgen müssten, insbesondere im Hinblick auf die Abstandswahrung sowie die Hygiene. „Wir haben nicht so getan, als wären wir überrascht, sondern haben uns beizeiten auf die sensiblen Schülergruppen konzentriert, bei denen jetzt die Prüfungen anstehen“, sagt Schwafferts, der betont, dass viele Entscheidungen nicht nur im Kollegium, sondern unter breiter Beteiligung der SV-Lehrer und der Schülervertreter getroffen und zeitnah über die Homepage veröffentlicht wurden.

Den Lernstoff hat das Lehrerkollegium in den vergangenen Wochen weitgehend digital an die Schüler übermittelt. „Von unseren 120 Kolleginnen und Kollegen sind vielleicht 20 analog unterwegs, die haben dann Skripte zum Lernstoff verteilt, der ganz überwiegende Teil hat sogar eigene Lernvideos produziert“, sagt Schwafferts. „Insbesondere unsere IT-Schüler, das sind Programmierer und Anwendungsentwickler, hatten keine Probleme mit dem Online-Unterricht, andere hingegen bevorzugten den Kontakt mit dem Lehrer oder der Lehrerin, somit mussten wir beim Neustart nicht mit der Brechstange vorgehen“, so Schwafferts.

Zu den Prüfungsschülern, für die der Unterricht begonnen hat, gehört auch Daniel Behr, der die Fachoberschule Ernährung und Hauswirtschaft besucht und für den am Donnerstag der kommenden Woche die Prüfungen anstehen. „Mit Hilfe des Internets zu lernen war zunächst schwierig, im persönlichen Unterricht kann man direkt Fragen stellen und bekommt sofort eine Antwort, bei E-Mails hat das schon mal zwei bis drei Stunden gedauert“, erklärt der 19-Jährige, der froh ist, dass der Unterricht jetzt wieder losgeht. „Ich kam gut klar, hatte viel Zeit für die Hausaufgaben und zum Lernen und fühle mich gut vorbereitet“, sagt Hümeyren Özdemir.

Im großen Klassenraum tragen die 15 Schüler Nasen-/Mundschutz und sitzen im Sicherheitsabstand jeweils an einem eigenen Tisch. Für alle, die das Social Distancing noch nicht 100-prozentig verinnerlicht haben, gibt es Hinweisschilder, die Wege vorschreiben, und Markierungen auf dem Fußboden, damit es weniger Schülerbegegnungen auf den Fluren gibt. Dazu sind auf jeder Toilette sowie an allen Ein- und Ausgängen Desinfektionsmittelspender angebracht. „Die haben Werkstatt-Lehrer gemeinsam mit dem Hausmeister gleichsam im Akkord installiert, wofür ihnen ein großes Lob gebührt“, sagt Schwafferts, für den die Schule einen guten Start hatte. „Für Schüler, die dennoch Ängste haben, sind unsere Sozialarbeiter, teils vor der Schule, als Gesprächspartner präsent“, ergänzt Almut Lohmann, stellvertretende Schulleiterin.