Neuer Ärger um DHL-Paketzustellung in Hilden

Neuer Ärger um DHL: Wenn das Paket zum Suchspiel wird

Pakete auf tagelangen Umwegen, aufgeschnittene Einschreiben - Schlampereien beim „Gelben Riesen“ lassen immer mehr Kunden Rot sehen. Die Zahl der Beschwerden ist schon jetzt so hoch wie im ganzen vergangenen Jahr. Auch Hildener sind betroffen.

Von Peter Clement

Auf das DHL-Paket hatte sich das Hildener Ehepaar schon tagelang gefreut. Am Donnerstag vergangener Woche sollte es geliefert werden, doch da waren die beiden nicht zu Hause. An und für sich kein Problem – in einem solchen Fall wird die Sendung bekanntlich beim Nachbarn abgeliefert oder in die nächste Post-Partnerfiliale gebracht.

Hätten die beiden jedoch gewusst, was sie in den kommenden Tagen erwarten würde, wäre vermutlich einer zu Hause geblieben, um die Sendung in Empfang zu nehmen. Als die beiden am Freitag in die Filiale an der Robert-Gies-Straße in Hilden kamen, konnte das Personal ihr Paket nicht finden. Beide erinnern sich jedoch daran, dass an der Tür ein Hinweiszettel angebracht war: „Benachrichtigungen von 20.7. Können ab dem 25.7. abgeholt werden.“ Leider nutzte auch das dem Hildener Pärchen nichts. Im Internet stellten die beiden fest, dass ihre Sendung inzwischen in Krefeld gelandet war.

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Ein DHL-Sprecher sagte auf Anfrage unserer Redaktion zu, den Sachverhalt zügig zu untersuchen. Bisher steht eine Reaktion allerdings noch aus.

„ Als Kunde der Deutschen Post/DHL kommt man sich manchmal so vor wie auf hoher See“, bestätigt auch Klaus Gettwart. Er ist Vorstand beim Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) und betrachtet den „ Gelben Riesen“ vor allem aus Kundensicht. Hauptbeobachtung: Immer mehr Paketversender sehen Rot. „Wir verzeichnen zum jetzigen Zeitpunkt schon genauso viele Beschwerden, wie im gesamten vergangenen Jahr“, sagt Gettwart. Die Hildener könnten fast noch froh sein, dass ihr Paket zumindest auf dem Weg in die Partnerfiliale ist. Weitaus problematischer sei es oft, wenn Sendungen einfach in den Vorgarten geschmissen würden, vor der Garage deponiert oder auf die Mülltonne gelegt.Wer verschwundene Sendungen reklamiert, steht oft auf verlorenem Posten. „Der Einzelne kann Fehler meist nur sehr schwer nachweisen“, sagt der DVPT-Vorstand. „Wenn ein Fernzug bei der Bahn zu spät kommt, erhält der Fahrgast Geld zurück. Bei der Post/DHL habe ich nur eine gewisse Sicherheit, wenn ich die teure Express-Sendung buche.“

Das Hildener Ehepaar hofft immer noch darauf, sein Paket bald in Empfang nehmen zu können. Alle anderen Kunden können sich nur damit trösten, dass der DVPT im kommenden Jahr die Laufzeiten von Postsendungen mit einer eigenen Untersuchung überprüfen möchte. Denn auch das, sagt Gettwart, sei bislang geradezu skurril abgelaufen: „ Alle bisherigen Laufzeit-Überprüfungen hat die Post selbst durchgeführt.“

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