1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: Neue Runde im Schulstreit

Hilden : Neue Runde im Schulstreit

Bürgeraktion/Fraktionslose Christdemokraten wollen die Entscheidung über die Zukunft der Adolf-Kolping- und der Adolf-Reichwein-Schule um ein Jahr hinausschieben. CDU und SPD sind noch unentschieden.

Wenn es nach Bürgeraktion/Fraktionslose Christdemokraten (BA/CDf) geht, wird es am Donnerstag in der Sitzung des Schulausschusses keine Entscheidung über die Zukunft des Schulstandortes Beethovenstraße geben.

Seine Fraktion werde der Neugründung einer Schule durch Zusammenlegung der Adolf-Kolping-Schule (AKS) und der Adolf-Reichwein-Schule (ARS), wie es die Verwaltung und die zuständige Schulrätin empfehlen, nicht zustimmen, kündigte Alfred Will, Sprecher der BA/CDf im Schulausschuss, am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion an. Da für beide Schulen im nächsten Schuljahr die Zweizügigkeit gesichert sei, sei "der Druck nicht so groß", sich jetzt entscheiden zu müssen, sagte Will.

Schuldezernent Reinhard Gatzke bestätigte, an der Reichwein-Schule seien für das nächste Schuljahr 34 Kinder angemeldet. Daraus könne man zwei Klassen bilden, aber mehr Lehrer gebe es nicht. Zudem seien vier Umzüge angekündigt. Langfristig werde die ARS einzügig laufen.

"Keine unbedeutende Klientel"

Die BA/CDf will laut Will das nächste Jahr nutzen, "noch einmal über Kooperationen der beiden Schulen nachzudenken". Die Eltern und Lehrer der Kolping-Schuel, die sich vehement gegen die Zusammenlegung wehren, seien "keine unbedeutende Klientel", betonte Will.

Wenn der Beschluss der Neugründung falle, sei das unumkehrbar. In einer Pressemitteilung hatte Will zuvor der Leitung der Reichwein-Schule eine Blockadehaltung unterstellt. Dennoch habe er die Hoffnung, dass es noch zu einem Kompromiss zwischen den beiden Parteien kommen könne.

In derselben Presseerklärung konstatierte die BA/CDf: "Es wird insbesondere an der CDU liegen, ob eine katholische Schule erhalten werden kann." Will begründete das mit den Mehrheitsverhältnissen im Schulausschuss: SPD (3 Stimmen) und Grüne (1), die beide zur Neugründung tendieren würden, könnten ohne die CDU (2) keine Mehrheit durchsetzen.

CDU fühlt sich "C" verpflichtet

Die Marschrichtung der CDU sollte gestern Abend in der Fraktionssitzung festgelegt werden. Vorab sagte Fraktionschefin Marion Buschmann: "Wir haben ein C in unserem Namen und dem sind wir verpflichtet." Aber auch die CDU könne nicht ignorieren, dass die Schülerzahlen mittelfristig zurückgingen, "auch an der Kolping-Schule".

Auch die SPD, die, wie Fraktionsgeschäftsführerin Anabela Barata bestätigte, eher zu einer Schulneugründung tendiere, wollte Dienstag "auf der Basis aller vorliegenden Informationen" ihre Entscheidung im Schulausschuss vorbereiten. Bürgermeister Horst Thiele wies gestern "mit allem Nachdruck" Vorwürfe zurück, die der Sprecher des Elterninitiativkreises der Kolping-Schule, Gregor Späte, gegenüber der Verwaltung erhoben hat. (siehe Zweistück)

(RP)