Hilden: Neue Kita an der Schulstraße?

Hilden: Neue Kita an der Schulstraße?

Die Evangelische Kirchengemeinde kann aus finanziellen Gründen ihr Gemeindehaus nicht halten. Es gibt Pläne, dass die Stadt das Gebäude pachtet, den Kindergarten übernimmt und um drei Gruppen erweitert.

Das Gemeindehaus ist der Kirchengemeinde schon länger ein finanzieller Klotz am Bein. Der riesige Gemeindesaal kann seit vielen Jahren nicht mehr genutzt werden, weil er baufällig ist. Geld für die Sanierung hat die Kirche nicht. Der Plan, das Gebäude zu verkaufen, schien näher gerückt zu sein, nachdem feststand, dass es nicht unter Denkmalschutz steht. „Man könnte das Haus sogar abreißen und neu bauen“, sagte Pfarrer Joachim Rönsch gestern der RP. Stehen bleiben müsste allerdings der Kindergarten im hinteren Teil des Grundstücks an der Schulstraße. Eine Auflage, die wohl manchen Investoren abschreckt. Für Rönsch ist deshalb „die erste Option“ die Übernahme des Gebäudes durch die Stadt Hilden, „zumal diese auch ein Interesse daran hat, dass der Kindergarten dort bleibt“.

Konzept im Ausschuss

Stimmt, bestätigte Beigeordneter Norbert Danscheidt. Und deshalb legt die Verwaltung in der nächsten Woche dem Haupt- und Finanzausschuss und kurz danach dem Jugendhilfeauschuss ein Konzept vor, das eine Übernahme des Gemeindehauses „durchspielt“. Es geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion aus dem Jahr 2007 zurück zu prüfen, wie das Haus erhalten bleiben kann. Der Plan, dort ein Mehrgenerationenhaus zu schaffen, wurde schnell zu den Akten gelegt, weil laut Danscheidt das Vorderhaus nicht barrierefrei zu gestalten sei.

Das Konzept der Verwaltung sieht vielmehr Folgendes vor: Die Stadt pachtet das Gebäude „auf längere Zeit“ von der Kirchengemeinde und saniert es. Sie übernimmt zum 1. Januar 2009 den bestehenden evangelischen Kindergarten in städtische Trägerschaft und richtet nach dem Umbau im jetzigen Gemeindesaal zusätzliche Kindergartengruppen ein. „Die Stadt muss ohnehin im Rahmen von Kibiz ihr Platzangebot, zum Beispiel für Kinder unter drei Jahren, ausbauen“, sieht Danscheidt einen Vorteil dieses Plans.

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Um den Umbau zu finanzieren, könnte ein rund 2000 Quadratmeter großes Grundstück an der Kolpingstraße/Ecke Heiligenstraße verkauft werden. Auf ihm steht zurzeit ein Gebäude, in dem die Seniorenbegegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt untergebracht ist. „Die könnte in den vorderen Teil des Erdgeschosses im Gemeindehaus einziehen“, hat der Beigeordnete auch dafür eine Lösung parat. Diese Räume werden zurzeit von der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) genutzt. Doch deren Tage sind gezählt.

Nichts zu den Kosten

Jugenddezernent Reinhard Gatzke hofft, dass sich die Kommunalpolitiker für den Verwaltungsvorschlag erwärmen. Nicht nur, weil das Angebot an Kita-Plätzen noch ausgebaut werden könnte. Die Bundesregierung habe gerade ihr Förderprogramm zur Schaffung von Plätzen für Kinder unter drei Jahren aufgelegt: „Damit könnten wir einen Teil der Umbaukosten decken“, so Gatzke.

(RP)
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