Hilden: Neue Ideen für mehr Sauberkeit in Hilden

Hilden : Neue Ideen für mehr Sauberkeit in Hilden

Bürgermeister-Kandidaten diskutierten mit Bürgern bei der Mobilen RP-Redaktion auf dem alten Markt.

Müll auf den Straßen, ungepflegte Grünanlage, Hundehaufen auf den Gehwegen: Die Sauberkeit in der Stadt ist ein Thema, das viele aufregt, manche resignieren, aber garantiert niemanden lässt es kalt. Das zeigte sich auch gestern bei der Mobilen Redaktion der RP auf dem alten Markt. Sauberkeit in der Stadt ist ein Dauerthema, zu dem die Bürgermeister-Kandidaten vieles zu sagen hatten — durchaus auch Neues.

Abfall auf der Straße ist für Bürgerin Ursula Pohlmann (Mitte) auch ein Erziehungsproblem: "Unsere fünf Enkelkinder werfen keinen Müll weg.". Foto: Staschik, Olaf (OLA)

Alle Jahre wieder rufen Stadtmarketing und Bürgervereine zu Dreck-weg-Tagen auf. Diese Aktion sei "originäre Aufgabe" der Bürgervereine, meinte Ralf Bommermann (Allianz für Hilden): "Die Stadt hat schon genug zu tun." Dem widersprach Ursula Greve-Tegeler, Vorsitzende des Bürgervereins Meide und Vertreterin der Hildener Bürgervereine, entschieden: Besser wäre es, wenn die Bürger in ihren Stadtvierteln achtsamer würden. Hilden sei beileibe nicht die dreckigste Stadt, stimmte Birgit Alkenings (SPD) Marion Buschmann (CDU) zu: "Wir können aber noch besser werden." Der Dreck-weg-Tag erreiche nur die Bürger, die sich ohnehin schon für ihre Stadt einsetzen, stellte Alkenings fest.

Das bestätigte auch Bürgerin Ursula Leuthhold: "Wenn bei uns Müll auf der Straße liegt, machen wir den selbstverständlich weg. Aber leider tun das nur wenige." Die Stadt könne mit gutem Beispiel vorangehen, mehr Papierkörbe aufstellen und die Grünflächen pflegen, sagte Klaus-Dieter Bartel (Grüne). Die Verantwortung für die Sauberkeit in der Stadt liege aber letztlich bei den Bürgern selbst. Bartel schlug eine breit angelegte Kampagne vor, angelehnt an "Unsere Stadt soll schöner werden", bei der man vor allem die Schulen, die Schüler und die Bürger einbinden müsse. Positive Anreize zu schaffen sei besser als "Dreckspatzen" zu bestrafen, sagte Buschmann. Dem stimmte auch Bommermann zu, fand aber auch verdeckte Kontrollen zur Abschreckung nicht verkehrt. Bürger Reginald Gerard berichtete von drakonischen Strafen für Umweltsünder in seiner kanadischen Heimat (2000 Dollar Strafe für eine weggeworfenen Zigarettenkippe) und ärgerte sich über zugemüllte Autobahnausfahrten.

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RP-Redaktionsleiterin Gökçen Stenzel brachte einen Wettbewerb der Stadtteile ins Gespräch. "Eine gute Idee", fand Greve-Tegeler und warnte davor, Hilden schlecht zu reden: "Im Kreisvergleich liegen wir im guten Mittel." Auch Rudolf Joseph (FDP) konnte einem Wettbewerb der Hildener Stadtteile etwas abgewinnen und schlug als Preis "1000 Euro für die beste Aktion" vor.

Birgit Alkenings würde Blumensamenpäckchen an die Bürger verteilen, "um damit städtische Grünflächen zu verschönern. Ich würde gerne ausprobieren, ob das funktioniert." Wenn die Stadtverwaltung für mehr Sauberkeit sorge, werde das für die Bürger "richtig teuer", gab sie zu bedenken: "Ein Straßenreiniger zusätzlich bedeutet zehn Prozent Mehrkosten." Marion Buschmann will die Stadteinfahrten schöner bepflanzen: "In vielen Städten in Süddeutschland wird das so gemacht. Warum nicht auch in Hilden?" Sie habe Gartenvereine in Hilden darauf angesprochen: "Die haben richtig Lust dazu. Und das erhöht die Identifikation mit der eigenen Stadt."

Bürger Heinz Hardt beschwerte sich über die städtische Straßenreinigung: "Die pusten das Laub nur in meinen Vorgarten. Ich will die Straßenreinigung lieber selber machen." Die Stadt könnte ihr Beschwerdemanagement verbessern, befand Ludger Reffgen (Bürgeraktion): "Die Verwaltung muss schneller reagieren." Das sah auch Ralf Bommermann so: "Da ist was in der Stadtverwaltung nicht in Ordnung." Anwohner, die viele Straßenbäume vor der Tür hätten, sollten den Laubsack gratis erhalten, forderte Reffgen. "Wir haben als Bürger nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten", hielt Ursula Greve-Tegeler für die Bürgervereine fest: "Das wird leider häufig vergessen." Wenn sich jeder vorbildlich verhalte und vor der eigenen Tür kehre, würden sich viele Probleme gar nicht stellen. "Wir hätten das Problem Hundekot nicht, wenn es eine einfache Lösung gäbe", befand Birgit Alkenings. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs müssten die Misere am Ende ausbaden: "Sie stehen beim Rasenmähen im braunen Regen — ekelhaft."

(RP)
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