Neue Helmholtz-Attraktion pendelt sich in Hilden ein

Hilden : Neue Helmholtz-Attraktion pendelt sich ein

Stratosphären-Flug und Riesenpendel: Beim Apfelfest des Helmholtz-Gymnasiums haben die Schüler eine neue Attraktion auf dem Schulhof eingeweiht, in der Aula einen Flug fast bis ins All beobachtet und einen Baum gepflanzt.

Das Helmholtz-Gymnasium ist seit Montag um eine Attraktion reicher. Ein knapp 3000 Euro teures Riesenpendel soll den Schülern die physikalische Gesetzmäßigkeit der Schwingung nahebringen.

Das Gerüst einer überdimensionalen Schaukel im Innenhof der städtischen Bildungseinrichtung lenkt die Blicke der Schüler auf sich. Es gehört zur Installation des Riesenpendels, das künftig in den Physikunterricht integriert wird. Am Tag des Apfelfestes, das seit 2017 anlässlich der Fertigstellung des neuen Schulhofes mit der Pflanzung eines Apfelbaums jährlich gefeiert wird, wurde das Pendel eingeweiht.

Die Oberstufenschüler Oliver Frank (17) und René Anfang (16) des Physik-Leistungskurses waren eingeteilt, um den Mitschülern das Phänomen spielerisch näherzubringen. Es galt, mit dem Pendel eine aufgebaute Pyramide aus bunten Plastikbechern umzuwerfen. Zwei Versuche standen dafür jedem zur Verfügung. Was einfach klang, hatte durchaus seine Tücken. Denn zum Aufbau gehörten vier miteinander verbundene Pendel mit absteigenden Gewichten. „Die schwerste Kugel wiegt 30 Kilo, die zwei kleineren Pendel haben jeweils Zehn-Kilo-Gewichte daran“, erklärte Anfang. Die Schüler mussten mit Köpfchen an die Sache herangehen, denn natürlich schwingt ein Pendel nach eigenen Gesetzmäßigkeiten. „Die Theorie dazu ist recht trocken, hier aber wird das Phänomen besser veranschaulicht“, befand René Anfang. „Man kann die Kräfte der verschiedenen Gewichte spüren und versteht dadurch besser, wie das Ganze funktioniert.“

Das Riesenpendel gehörte mit zu den Plänen zur Umgestaltung des Schulhofes, der bereits vor zwei Jahren eingeweiht wurde. „Bislang fehlten die finanziellen Mittel, um weitere Experimente im Physikgarten zu installieren“, erklärte Physiklehrer Hartmut Koch. Für den Pädagogen ist so eine Installation Goldwert und „ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“ gegenüber anderen Einrichtungen. „Die Schüler lassen sich durch so eine große Installation natürlich eher begeistern, als wenn jeder von ihnen im Klassenraum an einem kleinen Versuch herumwerkelt.“ Die haptische Erfahrung führe zu einem besseren Zugang zur Thematik. In Zukunft, verriet Koch, soll der Physikgarten weiterwachsen. „Sobald es die finanziellen Mittel zulassen, könnten wir uns vorstellen, das Pendel durch ein Foucaultsches Pendel zu erweitern oder auch durch einen Stahltrichter mit Sand, mit dem man die Sinuskurve sichtbar machen kann.“ Auch weitere Experimente seien denkbar. „Der Physikgarten bietet dafür jede Menge Potenzial.“

Schulleiterin Barbara Krieger freute sich derweil über das lebhafte Treiben auf dem Schulhof. Das Fest stand – mit der Einweihung des Pendels und dem zweiten Stratosphären-Flug nämlich nicht nur unter dem naturwissenschaftlichen Aspekt. Auch das Thema Nachhaltigkeit stand auf dem Programm. An der „Fridays for Future“-Bewegung, verrieten die Oberstufenschüler, beteiligten sie sich bereits, „allerdings könnte das Thema auch stärker im Unterricht besprochen werden“, wünschte sich beispielsweise René Anfang. „Es wäre gut, wenn man im Unterricht eine Diskussion lostreten würde, bei der andere Dinge beleuchtet werden und wodurch man sich dann eine eigene Meinung bilden könnte“, so Oliver Frank.

Soweit möglich, berichtete Schulleiterin Krieger, werde Klima- und Umweltschutz sicherlich im Unterricht thematisiert. „Aber auch sonst versuchen wir an unserer Schule nachhaltig zu sein.“ Der Wasserspender sei neu aufgelegt worden. In näherer Zukunft soll jeder Schüler eine eigene Metallflasche erhalten. Regelmäßig werde in „Clean Up“-Aktionen rund um das Hölterhöfchen aufgeräumt. Schüler der Unterstufe beschäftigen sich mit Naturkosmetik. „So langsam schwappt das Thema aber auch in die Mensa über“, berichtet Krieger. „Dort versuchen wir so wenig Plastik wie möglich zu verwenden.“

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