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Hilden: Neue Häuser heiß begehrt

Hilden : Neue Häuser heiß begehrt

Das frühere Gelände der Arbeiterwohlfahrt an der Heiligenstraße wird zurzeit auf Blindgänger aus den Weltkriegen untersucht. Ende des Jahres sollen hier die ersten Wohnungen bezugsbereit sein.

Das ehemalige "Josef-Kremer-Haus" an der Heiligenstraße ist nicht mehr. Anstelle des Gebäudes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) klafft jetzt eine große Baugrube. Das Gelände ist mit Bauzäunen abgesperrt. Drei Reihenhäuser und zwei Acht-Familien-Häuser will die Langenfelder Firma Waldner dort bauen. Eigentlich hatte man schon die Bodenplatte gießen wollen. Doch dafür muss erst der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung das Gelände routinemäßig auf mögliche Bomben aus den Weltkriegen überprüfen. Man habe es versäumt, ihn rechtzeitig zu beauftragen, erklärt Geschäftsführer Alois Waldner.

 Noch ist von dem Neubauvorhaben außer einer großen Grube anstelle des ehemaligen Josef-Kremer-Hauses nichts zu sehen.
Noch ist von dem Neubauvorhaben außer einer großen Grube anstelle des ehemaligen Josef-Kremer-Hauses nichts zu sehen. Foto: Anja Tinter

"Aus anderen Städten waren wir es gewohnt, dass dies im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens gemacht wird." Dies sei aber in Hilden nicht der Fall gewesen. Deshalb müsse man die Kontrolle nun nachholen. Am Mittwoch habe der Räumdienst die Sondierungsbohrungen vorgenommen. "Wir hoffen, dass wir übernächste Woche mit dem Bau starten können."

Großteil der Wohnungen vergeben

Vergangenen Sonntag startete mit der erstmaligen Öffnung des Verkaufspavillons an der Heiligenstraße der offizielle Vertrieb der 19 Wohnungen. Mit der Nachfrage ist Waldner zufrieden. "Es kamen viele Leute", sagt er. 60 bis 70 Prozent der Wohnungen seien bereits vergeben — hauptsächlich an Kunden aus Hilden. "Bei der guten Lage geht es schnell." Sogar eine der beiden Penthouse-Wohnungen mit 215 Quadratmetern zu einem Quadratmeterpreis von rund 3400 Euro — also insgesamt rund 730 000 Euro — sei schon weg. Für diesen Preis werde aber auch reichlich Luxus geboten: Whirlpool, riesige Bäder und rund 70 Quadratmeter große Dachterrassen.

Von Kaufzurückhaltung angesichts der Euro-Krise verspürt das Wohnungsbauunternehmen, das seit 1992 am Markt ist und Häuser in Langenfeld, Monheim, Hilden und Leverkusen baut, nichts. Im Gegenteil: "Immobilien haben im Moment Konjunktur", sagt Waldner. "Vor allem die in Top-Lage."

Die Hildener Bauaufsicht kann dies bestätigen. "Es werden vermehrt Grundstücke verkauft", berichtet Amtsleiter Andreas Trapp. Weil die Gemeinde bei jedem Grundstücksverkauf ein Vorkaufsrecht hat, um dort beispielsweise einmal eine Straße zu bauen, gehen alle Kaufsverträge über ihren Tisch. "Die letzte Nachkriegsgeneration gibt ihr Eigentum auf", hat man in dem Amt festgestellt. Denn häufig wollten die Kinder die Häuser ihrer Eltern nicht behalten, weil sie mittlerweile woanders wohnten. Und wo bislang Einfamilienhäuser aus den 40er- oder 50er-Jahren gestanden hätten, kämen nun oft Mehrfamilienhäuser hin.

An der Heiligenstraße sollen die ersten Wohnungen Ende dieses Jahres bezugsbereit sein, plant die Waldner Wohnungsbau GmbH. Mit den dreigeschossigen Reihenhäusern wolle man insbesondere junge Familien ansprechen, sagt der Geschäftsführer.

www.rp-online.de/hilden

(RP)