Neue Ausstellung im Kunstraum Gewerbepark Süd

Hilden : Die Leinwand als Tatort für die Freude

Heike Sanders stellt zum dritten Mal im Kunstraum Gewerbepark Süd aus. Am 19. Mai ist die Eröffnung.

Auf den ersten Blick sind die großformatigen Bilder abstrakt. Auf manchen sind runde, weiche Formen zu sehen, auf anderen ein geradliniges Fließen, wieder andere bestechen durch ihre lebendige Bewegung. Die Farben harmonieren oder bilden Kontraste. Sie leuchten ohne zu schreien oder verbreiten einen milden Schein. Der zweite Blick könnte jedoch in den Kugeln die Erde oder andere Planeten erkennen. In jedem Fall strahlt der Großteil der knapp 40 Bilder, die die Künstlerin Heinke Sanders in ihrer dritten Ausstellung im Kunstraum Gewerbepark-Süd zeigt, eine lebendige Fröhlichkeit aus.

„Ich habe die Freude zu meinem Lebensmotto gemacht“, erklärt die Osnabrückerin, die mit ihren 82 Lebensjahren auf ausreichend Erfahrung bauen kann. „Ich weiß um die wichtigen Dinge des Lebens, das möchte ich weitergeben“, betont sie. „Es kann alles in der Freude enden und muss nicht im Drama stecken bleiben.“ Obwohl natürlich auch sie das Drama in sich trägt. „Wie jeder Mensch.“

So ist in ihrer Ausstellung, die mit dem aussagekräftigen Titel „Tatort Leinwand – Wege der Kreativität“ überschrieben ist, auch ein Familiendrama und dessen Auswirkungen zu sehen. Aber auch hier steht die Befreiung im Vordergrund. „Die Freude ist in der modernen Kunst leider meist völlig herausgefallen“, bedauert Heinke Sanders, die erst im Alter von 55 Jahren zur Malerei gefunden hat. Dem setzt sie ihre Werke entgegen, die vor allem ein verbindendes Element haben – die Farben. „Es ist ein Dialog der Farben“, betont die Kunsthistorikerin Dr. Sandra Abend, „und wie sie sich verstärken.“

Heinke Sanders liebt das Meer. Für ihre Bilder braucht sie die nordische Landschaft, die weiten, klaren Horizonte. „Ich lebe viel auf Mallorca, aber da kann ich nicht malen“, gibt sie zu. Neu entwickelt hat sie die Bewegung in ihren Werken. Inspiriert haben sie dazu die Seminare des Malers Alexander Jeanmaire in Zürich. „Die Schwünge kommen aus mir heraus“, verrät die Künstlerin, „da ist nichts vorprogrammiert.“

Schicht um Schicht trägt sie die Farbe auf, ihre körperliche Bewegung wird zur Bewegung der Farbe, gebannt auf die Leinwand. Für ihre Kugeln – „ein wiederkehrendes Element“, wie Sandra Abend herausstellt – braucht Heinke Sanders dagegen vielmehr eine meditative Atmosphäre. Eins ist der Künstlerin besonders wichtig: „Ich möchte mit meinen Werken nicht interessieren, sondern berühren.“ Die meisten ihrer Bilder entstehen in ihrem Garten. „Ich habe mir da ein Blockhaus hingesetzt“, erzählt sie, „und das ist mein Reich, in dem ich male.“ Für ihre Ausstellung „Tatort Leinwand – Wege der Kreativität“ hat sie vor allem Werke aus den letzten vier Jahren mitgebracht. Die Vernissage findet am 19. Mai um 11 Uhr statt. Dr. Sandra Abend wird die Einführung halten und das Duo „Moving Sounds“ wird eine Verbindung von Musik und Malerei herstellen.

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