Hilden: Naturschatz Hildener Heide

Hilden: Naturschatz Hildener Heide

Neue Info-Tafeln am Sandberg informieren Besucher über die besonders wertvolle alte Kulturlandschaft am Hildener Jaberg. Im August soll ein kostenfreier Rad- und Wanderführer zur bergischen Heide-Terrasse erscheinen.

Das Naturschutzgebiet rund um den Sandberg ist Lebensraum für viele selten gewordene Tiere und Pflanzen und eine alte Kulturlandschaft. Bislang wissen nur wenige Besucher, wie wertvoll und besonders die Hildener Heide wirklich ist. Das soll sich jetzt ändern. Die Biologische Station Haus Bürgel, die sich gemeinsam mit dem Kreis Mettmann, der Stadt Hilden und dem Landschaftsverband Rheinland um den Erhalt dieses empfindlichen Naturraums kümmert, hat jetzt drei Info-Tafeln aufgestellt. Sie berichten über die Entwicklungsgeschichte der Bergischen Heideterrasse, die von Hilden, Solingen und Langenfeld bis zur Wahner Heide in Köln reicht. Die Stadtgrenze zwischen Hilden und Haan war vor zwei Millionen Jahren das Ufer eines urzeitlichen Meeres, erläuterte Ralf Badtke von Haus Bürgel gestern bei einer Pressekonferenz. Aus dieser Zeit stammten die sandigen Böden, die es im Kreis Mettmann nur in Hilden und Langenfeld gibt. Entstanden sei die Heide durch die Nutzung als Schafweide. Seit 2002 setzt die Biologische Station deshalb Moorschnucken als vierbeinige Landschaftspfleger ein, erläuterte Stationsleiterin Elke Löpke. Zurzeit hütet Schäfer-Azubi Thorsten Eikermann (18) rund 350 Moorschnucken und Ziegen, die dem elterlichen Betrieb in Heinsberg gehören. Sie fressen Gras und aufkommende Bäumchen und geben damit Heidepflanzen Licht und Platz zum Wachsen.

Konzept im Umweltausschuss

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Der Landschaftsverband Rheinland hat in den vergangenen drei Jahren 130 000 Euro bereitgestellt, um die elf Hektar Hildener Heide zu erhalten und zu entwickeln. Unter anderem wurden Adlerfarn und Brombeergebüsche entfernt, standortfremde Bäume wie Kiefern gefällt und eine Besucher-Lenkung installiert. Die Hundewiese am Jaberg sei der Versuch, einen Kompromiss zwischen Naturschutz und Freizeitnutzung zu erzielen, erläuterte Elke Löpke. Gerade die Heideflächen am Sandberg litten unter der starken Trittbelastung durch Besucher und freilaufende Hunde. Deshalb zeigten die Infotafeln auf einer Karte genau, wo Hunde frei laufen dürfen und wo nicht. Die Biologische Station habe ein Konzept entwickelt, wie der Wert der Hildener Heide in den nächsten Jahren gesteigert werden kann; etwa durch die Erweiterung und Vernetzung der Heideflächen. Die Vorschläge wollen die Naturschützer am 12. September im Hildener Umweltausschuss vorstellen und um Zustimmung bitten.

Im August wird zum Abschluss des aktuellen Projekts "Natur entwickeln – Natur erleben auf der Bergischen Heideterrasse" ein kostenfreier Rad- und Wanderführer erscheinen. "Wir möchten die Besucher mit dieser besonderen Landschaft vertraut machen und ein tieferes Verständnis für ihren Schutz wecken", sagte die Leiterin von Haus Bürgel.

(RP)
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