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Hilden: Namensänderung abgewiesen

Hilden : Namensänderung abgewiesen

Auch die Stadt Haan hat die Debatte um ihren "Agnes-Miegel-Weg" für beendet erklärt – zuletzt Ende 2005. Damals hatte die SPD dort einen Vorstoß zur Namensänderung gemacht, war im Rat mit ihrem Antrag aber gescheitert.

Auch die Stadt Haan hat die Debatte um ihren "Agnes-Miegel-Weg" für beendet erklärt — zuletzt Ende 2005. Damals hatte die SPD dort einen Vorstoß zur Namensänderung gemacht, war im Rat mit ihrem Antrag aber gescheitert.

Die FDP sprach damals von "sehr problematischer Ahnenforschung", und die CDU führte die Belastung der Anwohner durch die Adressänderung ins Feld.

Die SPD hatte argumentiert, man wolle als Demokraten klare Zeichen setzen und den entsprechenden Weg nach der Widerstandskämpferin Luise Rinser benennen. Immerhin ist Agnes Miegel, die 1964 in Bad Salzuflen starb, erst 1999 in der Gartenstadt verewigt worden, zu einer Zeit also, in der man bereits wissen konnte, dass sich die Dichterin als Nationalsozialistin verstand und dies auch geäußert hatte, ohne sich je davon zu distanzieren. Ihre "Ode an den Führer" aus der NS-Zeit ist, nicht nur aus der heutigen Sicht betrachtet, ein unsägliches Pamphlet.

Eine der wichtigsten Gründe, die die Gegner von Straßen-Umbenennungen ins Feld führen, ist übrigens die geringe Bedeutung der Miegel für die heutige Generation: Wer kennt und verbindet schon noch etwas mit ihr?, heißt es. Allein die politische Debatte um eine Umbenennung sei bereits zu viel der Ehre.

(RP/rl)