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Haan: Närrische Zelle feiert bunte Fan-Party

Haan : Närrische Zelle feiert bunte Fan-Party

Vor 20 Jahren entstand der Verein aus einer munteren Knobelrunde. Ziel ist: Kindern Freude bringen.

Mit dem nötigen karnevalistischen Ernst betrachtet, hätte die "Närrische Zelle" am Wochenende eigentlich gar kein Jubiläum gehabt. Schließlich besteht sie "erst" seit 20 Jahren. Da die fröhliche Truppe um Katja Kallenbach aber keine Karnevalsgesellschaft ist, störte sie die formalistische Betrachtungsweise überhaupt nicht. In der alten Gaststätte des Haaner Turnvereins stieg die "Närrische Zelle and Friends Party" und rund 50 Besucher waren trotz des winterlichen Wetters gekommen, um zu feiern.

Wie es bei der Närrischen Zelle so üblich ist, gab es keine langen Vorreden. Die Gäste sollten in gemütlicher Runde singen, tanzen und feiern - und das taten sie zur Musik von Diskjockey Jörn Thomas auch gerne.

Vor allem Hoppeditz Natalie Bartoß ist mit Leidenschaft auf der Tanzfläche aktiv. Davon konnten sich die närrischen Partygäste am Samstag selbst überzeugen. Mit der Showgarde Solingen, in der Natalie aktiv ist, ließ sie die Beine fliegen, dass sie Dekoration in der Gaststätte beinah in Gefahr geraten wäre.

Wenn sich eine Band wie die Leverkusener Formation "Halbe Lunge" nennt, so lässt dies nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf ihre Fähigkeiten zu. Die Partyband machte mit Karnevalshits des kölschen Kleeblatts Stimmung und animierte zum Mitsingen – angesichts des Wetters vor der Türe hätte auch "Ganz in Weiß" gepasst.

Zu später Stunde sorgte dann noch ein graziles Männerballett für einen Hauch von "Gürzenich-Bolschoi-Flair". "Ted" Herold, langjähriges Mitglied der Närrischen Zelle, hatte deren Auftritt spendiert.

Denn ohne Sponsoren geht es auch bei dem Jubiläums-Verein nicht, wie Vorsitzende Katja Kallenbach im Gespräch mit der RP herausstellte. Zwar verzichtet die Zelle auf teure Veranstaltungen und stellt sich ganzjährig in den Dienst der Haaner Kinder sowie des Kinderkarnevals, aber "auch wir sind auf Unterstützung angewiesen", so Kallenbach.

Lächelnd erinnern sie und Urgestein Teddy Henschke sich an die Geburtsstunde ihres Vereins; "Das war im Kegelcenter beim Knobel-Stammtisch". "Es hat uns einfach gewurmt, dass es in Haan nicht wie anderswo ein Prinzenpaar gab. Also haben wir beschlossen, einen Verein zum Wohle der Kinder zu gründen", blickt Henschke in die "Gründerzeit" zurück.

Aus der Schnaps- bzw. Bieridee wurde schnell Realität, die Eintragung in das Vereinsregister und das erste Kinderprinzenpaar Dominik und Daniela folgten alsbald. War es anfangs noch schwer, Kinder für den Karneval zu gewinnen, stehen die Interessenten inzwischen beinahe Schlange.

Der amtierende Prinz Luc und seine Prinzessin Lara Marie fiebern bereits jetzt dem Familienumzug am Sonntag, 10. Februar, entgegen. Bis dahin wartet noch eine Reihe Veranstaltungen auf die jungen Tollitäten. Bereits eine Woche vorher steht das Kinderspektakel mit dem Jugendamt der Stadt Haan im Schulzentrum Walder Straße auf dem Programm. Hierzu sind auch alle ehemaligen Prinzenpaare eingeladen. Vielleicht fehlten diese deshalb bei der Jubiläums-Party am Samstag.

Wie beim Prinzenpaar gab es auch bei der Besetzung des Hoppeditz anfangs Probleme. Es galt das basisdemokratische Rotationsprinzip, ehe Katja Kallenbach närrische elf Jahre lang Haan aus dem karnevalistischen (Tief-)Schlaf weckte, die gern dass Feld für Natalie Bartoß räumte. Wer die Närrische Zelle kennt, weiß, dass auch zum karnevalistisch korrekten Jubiläum in zwei Jahren zünftig gefeiert wird. Bis dahin dürfen gerne noch ein paar Mitglieder zu den bisherigen 40 hinzukommen.

(RP)