Hilden: Närrische Kostüme aus dem Baumarkt

Hilden : Närrische Kostüme aus dem Baumarkt

Nicht immer ist es der klassische Karnevalsladen, in dem tolle Verkleidungen gekauft werden können. Manchmal gibt es sie auch da, wo man sie nicht vermutet. Zum Beispiel im Baumarkt: Wir geben einige Anregungen.

Der Straßenkarneval nähert sich mit Riesenschritten. Leidenschaftliche Karnevalisten feilen bereits seit Monaten an ihren Kostümen und scheuen weder Kosten noch Mühen, um der Illusion eines Piraten oder eines Clowns möglichst nahe zu kommen. Für alle, die noch nach einer Verkleidung suchen, die sowohl das Zeit- als auch das Geldkonto schont, haben wir uns auf den Weg in den Baumarkt gemacht.

Basis für die ersten beiden Verkleidungen ist ein Maleroverall. Zugegeben - robust ist dieser mit seiner eher papieren Konsistenz nicht - dafür aber vielseitig. Und günstig. Der weiße Einweganzug in den Größen S bis L kostet im Hildener Obi-Markt gerade mal 3,49 Euro. Mit ein bisschen Farbe lässt sich der Maleranzug nach Belieben gestalten. Wir haben uns entschieden, daraus eine Kuh und einen Schneemann zu machen. Und so geht's: Um den Anzug in eine Kuh zu verwandeln, werden zunächst mit einem Edding die Flecken aufgezeichnet. Das Ausmalen funktioniert am besten mit Acrylfarbe, die mit ein bisschen Wasser verdünnt wurde. Von Wasserfarbe raten wir ab: Zu mühsam ist es, die Flecken damit auszufüllen.

Foto: Urbig

Um das Kostüm abzurunden, werden aus Tonkarton oder Moosgummi die Kuhohren gefertigt, die dann an einem Haarreifen befestigt werden. Auch als Zebra, Giraffe oder Schneemann lassen sich die weißen Anzüge gestalten.

Letzteres haben wir ausprobiert:

Klassisch wird die Latzhose genutzt, wenn aus ihr das Kostüm des Bauarbeiters wird. Mit einem karierten Hemd und Helm ist er bereit für seinen Einsatz. Foto: Urbig

Auch hier bildet der weiße Maleroverall die Grundlage: Zusammen mit einem knallroten Schal, einem schwarzen Hut und dicken Knöpfen (für die wir Kunststoffkugeln mit einer schwarzen Strumpfhose überzogen haben), ist der Schneemann in kurzer Zeit hergestellt und bereit für den Straßenkarneval.

Unser nächstes Basisteil ist eine blaue Latzhose, die es in den Größen M-XXL für 18,99 Euro im Baumarkt gibt. Mit ein wenig Fantasie und einer Handvoll Accessoires, die wir übrigens im Kleiderladen des SKFM in Hilden aufgestöbert haben, haben wir den Baumarkt-Flur in ein Ankleidezimmer verwandelt. Was liegt da näher, als aus der Latzhose zuerst einen klassischen Bauarbeiter zu machen. Dafür brauchen wir dicke Schuhe (damit gibt's beim Zug garantiert keine kalten Füße), ein kariertes Hemd und einen Helm (auch den gibt es im Baumarkt, Kosten 10,49 Euro). Zur Dekoration können Hammer, Schraubenzieher oder gleich die ganze Werkzeugkiste mitgenommen werden.

Foto: Urbig

Tauschen wir die dicken Winterschuhe gegen gelbe Gummistiefel, das Hemd gegen ein Ringelshirt und setzen eine Wollmütze auf (kostet in der Kleiderkammer zwischen 50 Cent und einem Euro), machen wir aus unserem Bauarbeiter einen zünftigen Fischer. Seine Beute kann mit ein wenig handwerklichem Geschick aus Pappe ausgeschnitten, bemalt und beklebt werden. Ein Fischernetz rundet das Kostüm ab.

Foto: Staschik Olaf

Wie vielfältig der Blaumann sein kann, zeigt sich, wenn er sich mit einem roten Pullover (gab's für zwei Euro im SKFM), einer Kappe (50 Cent) und bemalter Pappe flugs in Super Mario verwandeln lässt. Wer mag, komplettiert das Kostüm stilecht mit einem aufgemalten Bart und weißen Handschuhen, die der Baumarkt für 2,39 Euro bereit hält. Wer einmal (Verkleidungs)-Blut geleckt hat, kann aus der blauen Hose mit ein paar Handgriffen auch einen Gartenzwerg, einen Gärtner oder einen Clown zaubern. Und nach dem Karneval lassen sich die Utensilien auch noch für den nächsten Anstrich verwenden.

(RP)
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