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Nach Randale auf Hildens Bildungscampus im Sommer ist es momentan ruhig

Hilden : Holterhöfchen bleibt „Brennpunkt“

Der Status „Gefährdungsort“ ist aufgehoben worden, Polizei und Stadt sprechen von einer „Normalisierung“. Trotzdem hat die Polizei ein besonderes Auge auf den Bereich und fährt dort häufiger Streife.

Es ist ruhig geworden im Holterhöfchen. Das liegt zum einen an den kühlen Temperaturen, die nicht gerade zu Aktivitäten an der frischen Luft einladen. Zum anderen liegt es aber auch an den Maßnahmen von Polizei und Jugendamt, nachdem im Sommer gleich mehrere Situationen zu großen Polizeieinsätzen geführt haben.

Doch das scheint nur eine Momentaufnahme gewesen zu sein. „In übereinstimmender Bewertung kommen Polizei sowie die Vertreter von Ordnungs- und Jugendamt zu der Auffassung, dass sich die Lage bereits seit geraumer Zeit normalisiert hat“, erklärt Polizeisprecher Daniel Uebber. Dennoch betrachtet die Polizei „den Bereich des Holterhöfchens als ,Brennpunkt’, an dem es in der Vergangenheit tatsächlich wiederholt zu Vorfällen und Einsätzen kam, welche das Sicherheitsgefühl in der benachbarten Bevölkerung beeinträchtigt haben“, so Uebber weiter. Die Polizei habe in enger Absprache mit dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt vereinbart, den Bereich stärker zu bestreifen, um so für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit in diesem Bereich zu sorgen.

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Mitte Juni hatte die Polizei drei Jugendliche im Park Holterhöfchen festgenommen, nachdem diese andere Jugendliche unter Vorhalt einer Schusswaffe beraubt hatten. Am 30. Juli krakeelten rund 15 Jugendliche herum und zündeten Böller. Die Polizei sprach Platzverweise aus. Der Campus Holterhöfchen habe sich zu einem Treff für 80 bis 100 Jugendliche entwickelt, die dort „abhängen“. Sie trinken Alkohol, vermüllen das Gelände, begehen Sachbeschädigungen, lärmen und nehmen vermutlich auch Drogen, erläuterte damals Ulrich Brakemeier, Leiter des Amts für Jugend, Schule und Sport. Die Polizei bestätigt mehrere Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Diebstahl und Sachbeschädigung. Hinzu kamen diverse Einsätze wegen Ruhestörungen. Die Beamten sprachen rund 70 Platzverweise aus.

Landrat Thomas Hendele hatte das Holterhöfchen als Polizeichef zum „Gefährdungsort“ erklärt – eine vierwöchige Phase intensiver Überwachung durch die Polizei und mehrere Schwerpunkteinsätze folgte. „Im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich die eingangs befürchtete Problematik einer sich festigenden kriminellen Szene in dieser Form nicht bestätigte“, erklärt Uebber. Die Polizei hat aber trotzdem weiter ein Auge auf diesen Bereich.

Auch das Jugendamt hat damals seine Bemühungen um die Jugendlich vor Ort verstärkt. „Gemeinsam mit den Jugendlichen wurden die aktuellen Probleme im Holterhöfchen wie zum Beispiel Lärmbelästigung, übermäßiger Alkoholkonsum und Vermüllung wiederholt thematisiert. Es wurden gemeinsame Aufräumaktionen gestartet, um die Jugendlichen hinsichtlich ihrer, für andere Personen problematischen Verhaltensweisen, zu sensibilisieren“, erklärt Brakemeier.

Grundsätzlich eigne sich das Holterhöfchen aus der Perspektive der Jugendarbeit hervorragend als Treffpunkt für junge Menschen. „Es ist zentral gelegen, dennoch können sich die Jugendlichen ungestört und relativ weit entfernt von Anwohnern treffen. Das ist im Sinne der Konfliktvermeidung sehr zu begrüßen“, erklärt Brakemeier weiter. „Das Holterhöfchen wird schon seit Jahren als Treffpunkt von Bürgern und Bürgerinnen, Schülerinnen und Schülern und Jugendlichen genutzt. Das sollte auch so bleiben. Andernfalls muss davon ausgegangen werden, dass sich die Jugendlichen an Plätzen in der Innenstadt aufhalten, was zu neuen Problemen führt.“

Auch jetzt halten sich weiterhin regelmäßig Jugendgruppen im Holterhöfchen auf. „Die meisten Jugendlichen sind bekannt und gerne gesehen dort. Nach Kenntnisstand der Sozialarbeiter wurden die aus der Presse bekannt gewordenen Straftaten, von nicht ortsansässigen Personen begannen.“