Kreis Mettmann: Muss der Diesel draußen bleiben?

Kreis Mettmann: Muss der Diesel draußen bleiben?

In vielen Städten drohen Fahrverbote. Betroffen sein könnte aus der Kreis Mettmann.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat die Autoindustrie den Diesel in den höchsten Tönen angepriesen. Höhere Anschaffungskosten wurden durch den niedrigen Verbrauch wettgemacht. Und bis heute wird vom Staat jeder Liter Diesel mit bis zu 18 Cent weniger besteuert als Superbenzin. Seit bekannt wurde, dass VW bei den Abgaswerten getrickst hat, ist alles anders. In den Städten drohen Fahrverbote, betroffen sein könnten nicht nur Großstädte wie Düsseldorf, Wuppertal und Köln, sondern auch Mettmann, Ratingen und Hilden.

In der Landeshauptstadt gibt es noch ein bisschen Schonfrist. Mögliche Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge werden in Düsseldorf nicht vor Juli 2018 in Kraft treten. Der neue Luftreinhalteplan für die Stadt Düsseldorf wird erst am 1. Juli 2018 in Kraft gesetzt. Ziel der Bezirks- als auch der Landesregierung ist es, Fahrverbote zu vermeiden und die Grenzwerte mit anderen Maßnahmen einzuhalten. Im Kreis Mettmann warnte vor wenigen Tagen die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Grieset vor einem Fahrverbot für Dieselkraftfahrzeuge. Laut Griese wurden im Jahre 2016 sowohl in Langenfeld als auch in Mettmann der Jahresgrenzwert der Stickoxidbelastung überschritten. "Jeder weiß, dass die von den Herstellern angekündigten Softwarenachrüstungen nicht ausreichen", sagt Kerstin Griese.

Besorgt ist aber auch Thomas Hendle, Landrat und Präsident des Landkreistags. Er macht sich vor allem Sorgen um die vielen Hundertausend Pendler, die im Kreis jeden Tag mit dem Auto ihre Stadt verlassen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen.

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Hinzu kommen viele Handwerker und Kleinunternehmen, die in die Großstädte einpendeln. "Es kann nicht sein, dass Pendler und Handwerker die Leidtragenden der Versäumnisse der Autoindustrie werden", sagte Hendele. Der Landrat fordert alle Akteure - "von der Automobilindustrie bis hin zu Bund und Land" auf, endlich zu handeln, um die Grenzwerte einzuhalten und die Gesundheit der Menschen in den betroffenen Gebieten zu schützen. Kurzfristige Diesel-Fahrverbote hätten auch erhebliche wirt-schaftliche Auswirkungen nicht nur für die Großstädte, sondern auch für den umliegenden kreisangehörigen Raum", sagte Hendele.

Die Automobilhersteller in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen: "Von zentraler Bedeutung ist die Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen", so Hendele. Bund und Industrie gehen davon aus, dass dadurch die Stickoxide-Immissionen dieser Fahrzeuge bis Ende 2018 um 30 Prozent reduziert werden können. Ob dies jedoch realistisch ist, kann nur auf der Grundlage von Messergebnissen beantwortet werden.

Solche Mess-ergebnisse müssten auch unter Realbedingungen im Straßenverkehr erreicht werden, so der Landkreistag. Darüber hinaus muss die Förderung immissionsmindernder Maßnahmen wie Stärkung des Personennahverkehrs, Ausbau von Park-and-Ride-Parkplätzen, Beschaffung sauberer Busse oder der Ausbau hochwertiger regionaler Radschnellwege vorangebracht werden

(RP)