Hilden/Haan: Monstranz-Glanz erhellt Fronleichnam

Hilden/Haan: Monstranz-Glanz erhellt Fronleichnam

In Hilden und Haan ziehen Katholiken in festlichen Prozessionen durch die Städte. Im Zentrum: das Allerheiligste.

Die ersten Exemplare bestanden aus einer einfachen Büchse aus Glas mit einem Kreuz darauf. Das war in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Schon wenige Jahre später wurden die Monstranzen größer, turmartig und im gotischen Stil angefertigt.

Wenn heute die katholische Pfarrgemeinde St. Jacobus in Hilden das Fronleichnamsfest feiert, wird bei der Prozession eine Monstranz in Form einer Sonne gezeigt, wie sie seit dem 16. Jahrhundert üblich sind. Sie ist so alt, dass sich niemand in der Gemeinde erinnern kann, woher sie stammt und wie sie nach Hilden kam.

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"Der Begriff kommt vom lateinischen Wort Monstrare (zeigen) und soll daran erinnern, dass wir Christen froh und stolz sind, Jesus in der verwandelten leiblichen Form unter uns zu wissen", erläutert Hildens und Haans oberster Seelsorger, Pfarrer Reiner Nieswandt, der für insgesamt 28.000 Katholiken zuständig ist. Das Fronleichnamsfest ist eines der höchsten im Kirchenjahr, wie er betont. Es gehe darum, die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie zu feiern. Und so eindrucksvoll, wie die Bedeutung des Festes, seien oft eben auch die Behältnisse für die Hostien gestaltet - die Monstranzen. In der Mitte der Monstranz befindet sich stets eine Glaskapsel, in deren Zentrum wiederum eine geweihte Hostie ausgestellt wird, die den Leib des Herrn symbolisiert. Auf diese Kapsel hin laufen kostbare Strahlen zu, die vergoldet oder versilbert sind. Sie sollen zeigen: Das, was da in der Mitte gezeigt ist, ist enorm kostbar, das Kostbarste, das es eigentlich auf der Welt gibt. Der Erfindung der Monstranz im Mittelalter lag das Bedürfnis vieler Christen zugrunde, Jesus anschauen zu können. Es war der Beginn der Fronleichnamsprozessionen. Für jeden sichtbar werde Christus in der Monstranz durch die Straßen der Stadt getragen, "um so den Segen aus dem Gottesdienst hinauszutragen in den Alltag", berichtet Reiner Nieswandt. Die Wege der Fronleichnams-Prozessionen in Hilden und Haan laufen in diesem Jahr wie folgt: Nach der Heiligen Messe um 9.30 Uhr auf dem Kirchplatz in St. Marien (Hilden) zieht die Prozession durch die Gerresheimer-, Richard-Wagner-, Zelter- und Beethovenstraße bis AKS (Station), Danach geht es weiter über die Lortzing-, Mozart-, Verdi-, Beethoven- und erneut die Gerresheimer Straße in die Kirche, wo die Feier mit dem sakramentalen Segen endet. Die Anwohner des Prozessionsweges werden traditionsgemäß gebeten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Häuser und Gehwege mit Fahnen, Blumen etc. zu schmücken. Danach findet das Pfarrfest mit einem bunten Programm auf dem Kirchplatz statt. Der Festtag in der katholische Gemeinde Haan beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst auf der Wiese im Schillerpark (zwischen Bücherei und früherer Polizeiwache). Anschließend zieht eine Prozession vom Neuen Markt über die Dieker Straße zur Grundschule Mittelhaan (Station) und zurück über Dieker Straße, Friedrich-, Turn-, Jahn- und Moltkestraße, Karl-August-Jung-Platz (Station), Königstraße zur Kirche. Im Forum schließt sich der gesellige Teil an. Dass es übrigens gerade in der geselligen Nachbereitung des Festes auch durchaus lustig zugeht, zeigt das Beispiel eines Pfarrers aus Süddeutschland. Der wurde nach der Prozession von einem Gemeindemitglied einmal gefragt, wie er denn seine Predigt bewerten würde. Die spontane Antwort: "Die ersten fünf Minuten waren für Gott, die zweiten für die Gemeinde und die dritten für die Katz."

(RP)
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