Mit einem Abschiedskonzert sagt Carlos Alberto Reigadas Tschüss.

Hilden: „Ich werde Hilden verbunden bleiben“

Der beliebte katholische Kirchenmusiker verlässt die Itterstadt nach mehr als 14 Jahren. Am Samstag treten noch einmal alle seine Chöre in St. Jacobus beim Abschiedskonzert ab 18 Uhr auf. Seine letzte Messe spielt Carlos Alberto Reigadas einen Tag später.

Mit einem echten Paukenschlag verabschiedet sich Carlos Alberto Reigadas von Hilden. Der Seelsorgebereichsmusiker im katholischen Pfarrverband St. Jacobus plant für Samstag, 16. März, 18 Uhr, ein großes Chorkonzert in der katholischen Kirche an der Mittelstraße. „Dort treten alle meine Chöre auf“, sagt der Musiker. Und das sind beeindruckende sechs. Nach mehr als 14 Jahren verlässt Reigadas Hilden und arbeitet ab 1. April in Dülmen. In der Itterstadt hinterlässt er ein großes Loch, seine Nachfolge werde gerade geregelt, erklärt er.

Warum verlassen Sie Hilden?

Reigadas Nach mehr als 14 Jahren habe ich eine neue Herausforderung gesucht. In Dülmen habe ich die Möglichkeit, an einem intergenerativen Zentrum, kurz IGZ, arbeiten zu dürfen. Das befindet sich in Trägerschaft der Gemeinde, des Bistums sowie der Stadt und dazu gehört auch beispielsweise ein Kindergarten. Dort erreiche ich nicht nur Kirchengänger mit meiner Musik, sondern auch Menschen, die nichts mit der Kirche zu tun haben. Das wird spannend.

Wie haben Sie die 14 Jahre in Hilden verändert?

Reigadas Ich bin reifer geworden. Einerseits im Umgang mit Menschen. Ich habe gelernt, mit ganz vielen verschiedenen Charakteren umzugehen. Das hilft mir, Konflikte zu meistern. Und das wird für die Zukunft hilfreich sein. Und musikalisch habe ich auch viel gelernt. Die Musiker und Sänger haben mir in Hilden viel Feedback gegeben. In der Anfangsphase war ich vielleicht ein wenig zu euphorisch und habe meine Chorsänger teilweise überfordert. Ich habe meine und ihre Grenzen kennengelernt.

Was waren für Sie die Höhepunkte Ihrer Arbeit in Hilden?

Reigadas In der Anfangszeit habe ich viel mit Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kindergärten gearbeitet. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ein Höhepunkt war die Puccini-Messe „Messa di Gloria“ im Jahr 2008. Dort habe ich meine Frau Melanie kennengelernt. Und ein Höhepunkt kommt noch: Auf mein Abschiedskonzert am Samstag freue ich mich sehr.

Sie haben mit vielen Hildenern zusammengearbeitet. Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Reigadas Ich werde Hilden und den Hildenern verbunden bleiben. Ich habe hier Freunde gefunden, der Kontakt wird trotz der rund  100 Kilometer Entfernung nicht abbrechen.

Gibt es Projekte, die Sie in Hilden gerne noch gemacht hätten?

Reigadas Da gibt es viele. Beispielsweise die Möglichkeiten, die unsere drei wunderbaren Orgeln bieten. Ich hätte gerne noch mehr, noch vielfältigere Orgelkonzerte organisiert. Ich hätte mir auch gut Orgel-Workshops vorstellen können.

Was haben Sie sich für Ihre neue Stelle vorgenommen?

Reidagas Zu St. Viktor gehören ähnlich viele Gläubige wie zu St. Jacobus. In Dülmen gibt es sechs Kirchen mit sechs Kirchenmusikern. Ich werde als koordinierender Kirchenmusiker die Fusion der ehemals eigenständigen Gemeinden weiter vorantreiben und einen musikalischen Beitrag dazu leisten, die Ortschaften und die Gemeindemitglieder zu verbinden.

Wann ist Ihr letzter Tag in Hilden?

Reidagas Das große Abschlusskonzert beginnt am Samstag um 18 Uhr nach der Messe. Der Eintritt ist übrigens frei, die Spenden gehen an die Flüchtlingshilfe der Kirche. Am Sonntag, 17. März, werde ich um 17 Uhr in St. Jacobus in der Messe verabschiedet.

Mehr von RP ONLINE