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Mit dem Dienstfahrrad zur Arbeit nach Haan

Radfahren : Mit dem Dienstfahrrad zur Arbeit

Arbeitgeber hat für Mitarbeiter Pedelecs geleast. Betriebsarzt befürwortet den gesundheitlichen Aspekt des Radfahrens.

Markus Jäschke fährt von jeher gerne mit dem Fahrrad. „Ich fahre regelmäßig Fahrrad“, erzählt er, „auch mit meinem Hund.“ Da er in Hilden wohnt und in Haan arbeitet, kam er auf die Idee, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. „Ich habe das ein paar Mal versucht, aber da es bergauf geht, kam ich immer ziemlich verschwitzt an und da ich einen Anzugsjob habe, habe ich das wieder aufgegeben.“ Doch dann kamen E-Bikes und Pedelecs in Mode und mit diesen auch die Möglichkeit, diese Fahrräder als Dienstfahrzeug zu nutzen. „Da wurde es dann interessant“, erinnert sich Markus Jäschke. Denn nun war es möglich, Steuervorteile zu nutzen und gleichzeitig den Staus aus dem Weg zu gehen. Zwei Jahre Überzeugungsarbeit hat es ihn und seine interessierten Kollegen gekostet, bis sie ihren Arbeitgeber Donaldson Filtration überzeugt hatten. „Ausschlaggebend war schließlich ein Schreiben des Betriebsarztes, der versicherte, dass es für die Gesundheit der Arbeitgeber besser ist, mit dem Fahrrad zu fahren“, erzählt Jäschke.

Seit drei Jahren fährt er nun mit einem Pedelec zur Arbeit. Sein Arbeitgeber hat einen Vertrag mit Jobrad, einer Leasing-Firma für E-Bikes. Die monatliche Nutzungsrate trägt Markus Jäschke per Gehaltsumwandlung. Nach drei Jahren hat er die Möglichkeit, das Leasingrad günstig zu übernehmen oder eben ein neues Rad zu wählen. Wieviel kostet nun die monatliche Nutzung des Dienstrads, die vom Wert des Rades abhängig ist? „Ich habe ungefähr 45 Euro im Monat weniger durch die Gehaltsumwandlung“, sagt er. Dafür darf er aber auch jeden Arbeitstag 30 Cent pro Entfernungskilometer als Entfernungspauschale in der Steuererklärung geltend machen. Dafür, dass er das Rad auch privat nutzen darf, muss er grundsätzlich jeden Monat einen Teil des Preises als geldwerten Vorteil versteuern. Natürlich braucht es für die Fahrten mit dem Rad eine entsprechende Ausstattung. „Es kam alles so nach und nach“, erzählt Markus Jäschke. Zuerst kaufte er – auf Drängen seiner Familie – einen Helm. Dann kam eine Regenjacke dazu, wasserdichte Hosen, Schuhe. Inzwischen hat er eine komplette Regenausrüstung und für den Fall der Fälle Kleidung zum Wechseln dabei. Durch die Unterstützung des Elektromotors kommt Markus Jäschke entspannt ins Büro. Das Pedelec ist auf 25 Stundenkilometer eingestellt. Damit lassen sich die acht Kilometer Fahrstrecke in zwanzig Minuten zurücklegen, bequem durch den Wald. „Ich fahre jeden Tag mit dem Rad“, sagt Jäschke. In den vergangenen drei Jahren ist er nur wenige Male mit dem Auto gefahren und war jedes Mal schockiert, wie lange er sich durch nervige Staus quälen musste. Natürlich können mit einem Fahrrad auch mal Pannen passieren. „Ich hatte ständig einen Platten“, verrät Jäschke. Er besorgte sich „unkaputtbare“ Mäntel, die sich jedoch als gar nicht so unkaputtbar herausstellten. „Zweimal im Jahr habe ich einen Platten.“ Meist schafft er es trotzdem noch nach Hause. „Einmal habe ich einen Autofahrer um Hilfe gebeten, der hat mir dann Luft gegeben.“ Und manchmal macht auch der Akku schlapp. „Dann muss ich mit Muskelkraft weiterfahren.“ Das ist zwar unangenehm, aber nicht tragisch. Nach den drei Jahren kann Markus Jäschke die Prognose des Betriebsarztes bestätigen. „Die allgemeine Kondition ist besser, man ist regelmäßig in Bewegung und an der frischen Luft.“ Sein komplettes Alltagsverhalten hat sich inzwischen geändert. „Ich fahre auch in Hilden fast nur noch mit dem Rad“, sagt Jäschke. Da in Kürze der Leasingvertrag für sein derzeitiges Pedelec abläuft, liebäugelt Jäschke nun mit einem Lastenfahrrad. „Damit kann ich dann auch größere Transporte machen.“ Zum Beispiel einkaufen. „Man kann damit locker vier Getränkekisten transportieren.“ Derzeit nutzen 5 bis 8 Prozent seiner Kollegen bereits ein Dienstfahrrad – Tendenz steigend.