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Mit Boxen gegen Fahrraddiebe

Hilden : Mit Boxen gegen Fahrraddiebe

Der ADFC rät Fahrradbesitzern aus aktuellem Anlass, die Drahtesel in verschließbaren Boxen abzustellen. Hilden hat noch welche anzubieten.

  Alle sechseinhalb Minuten wird in NRW ein Fahrrad geklaut. Mehr als 80 000 Fälle zählte das Landeskriminalamt  zuletzt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer erheblich höher ist. Vor allem professionelle Banden machen der Polizei dabei immer wieder das Leben schwer.

Vor einigen Tagen hat eine Hildenerin offensichtlich erneut einen solchen Fall von Banden-Fahrraddiebstahl beobachtet, wie ihr Bekannter Wolfgang Oppel jetzt mitteilte: Die Frau habe am überdachten Fahrradständer am beschrankten Rathaus-Parkplatz mitbekommen , „wie drei Männer südosteuropäischen Aussehens blitzschnell die Schlösser mehrerer hochwertiger Fahrräder aufbrachen und diese in einen gleich gegenüber in der Straße Am Rathaus parkenden mittelgroßen Kasten-Lkw verluden”; sagt Oppel. Einer der Männer habe sogar noch aus der Parkhaus-Tiefgarage Fahrräder angeschleppt und ebenfalls verladen, „und das am helllichten Tag ungeniert unter den Augen der Rathausbesucher”.

Die Bekannte habe die Polizei angerufen. Ein Streifenwagen sei allerdings nicht erschienen, bemängelt Oppel. Polizeisprecher Ulrich Löhe teilte auf Nachfrage unserer Redaktion allerdings mit, der Lkw, dessen Kennzeichen genannt worden war, sei von der Kripo Hilden untersucht worden: „Offenbar konnte nur leider nichts nachgewiesen werden.“

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Die  Gewerkschaft der Polizei (GdP) weist darauf hin, dass den größten Schaden inzwischen gut organisierte Banden anrichten, die arbeitsteilig vorgehen, Abstellplätze auskundschaften, mit dem Transporter vorfahren, die Räder knacken, einladen und verschwinden. Das ganze passiere innerhalb weniger Minuten.

Ein Grund, warum Polizeisprecher Löhe dafür wirbt, immer und sofort bei Beobachtungen dieser Art die 110 zu wählen – egal, wie groß die Überwindung auch sein möge. Denn solche Profis seien in minutenschnelle außerhalb der Stadtgrenze.

Der NRW-Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC NRW) fordert zur Eindämmung der Fahrraddiebstähle, dass Kommunen mehr Radparkplätze schaffen und vorhandene Plätze modernisieren. Fahrradplätze seien  in der Regel nicht gut beleuchtet und böten nur selten Möglichkeiten, Räder anzuschließen. Dabei erleichtern veraltete Stellplätze in dunklen Ecken die Arbeit von Dieben.

Der ADFC ist davon überzeugt, dass der Diebstahl von Rädern in NRW eingedämmt werden könne, wenn die Hemmschwelle für Diebe erhöht wird.

„Wir empfehlen die Radstationen in NRW, da die Räder dort gesichert stehen”, sagt Sprecherin Christina Wolff. Diese  befänden sich insbesondere im direkten Umfeld an Bahnhöfen und Räder könnten dort jederzeit kostengünstig eingestellt werden.

66 davon gibt es in NRW. Seit Sommer 2017 ist auch eine Fahrradabstellanlage an der S-Bahn Haltestelle Hilden-Süd in Betrieb. Nördlich der Gleise, zwischen Schützenstraße und Richrather Straße, stehen Fahrradständer für zehn Räder und eine überdachte Abstellanlage für weitere 32 Fahrräder zur Verfügung. In Hilden gibt es insgesamt derzeit 180 Fahrradboxen. Eine Fahrradbox kann sowohl jährlich für insgesamt 80 Euro als auch monatlich für je 8 Euro gemietet werden. Bei Mietbeginn fällt eine einmalige Kaution von 50 Euro an.

Informationen  unter der Telefonnummer 02103 72777 oder www.hilden.de/fahrradboxen.