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Mieter können auf Balkon Strom erzeugen

Hilden : Was bei Stecker-Solar-Anlagen zu beachten ist

Inzwischen sind günstige Photovoltaikmodule auf dem Markt, die man auf den Balkon stellen oder ans Geländer hängen und einfach in die Steckdose stecken kann. Ihr Strom fließt dann ins Netz der Wohnung und senkt die Stromrechnung. Rund 40.000 solcher Minianlagen gibt es bereits in Deutschland – Tendenz steigend.

Vor der Installation müssen Mieter und Vermieter einiges beachten – Haus & Grund Hilden gibt Tipps.

Wenn Mieter mit einer Stecker-Photovoltaikanlage selbst Sonnenstrom erzeugen wollen, brauchen sie dafür unter Umständen die Zustimmung des Vermieters. „Immer dann, wenn das Solarmodul das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändert oder die sichere Befestigung einen Eingriff in die Bausubstanz nötig macht, muss der Vermieter seine Erlaubnis geben“, erklärt Andreas Adán, Vorsitzender des Vereins Haus & Grund Hilden. „Bei einer vermieteten Eigentumswohnung muss der Vermieter die Anbringung manchmal auch dann untersagen, wenn er persönlich nichts dagegen hat. Dies ist dann der Fall, wenn die Eigentümerversammlung solch eine Veränderung ausgeschlossen hat.“

Vermieter können ihre Zustimmung an Bedingungen knüpfen. „Wir empfehlen Vermietern, eine Stecker-Photovoltaikanlage nur dann zu erlauben, wenn alle notwendigen Arbeiten dafür von einer Fachfirma erledigt werden und der Mieter eine Haftpflichtversicherung abschließt, die im Zweifel für Schäden aufkommt, die durch die Anlage entstehen könnten“, rät Rechtsanwalt Adán. Ein Veto-Recht haben die Nachbarn: Werden sie zum Beispiel durch Reflexionen der Solar-Zellen geblendet, können sie die Entfernung des Moduls verlangen.

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Ein wesentlicher Aspekt ist die elektrische Sicherheit. „Eine Stecker-PV-Anlage darf man nicht einfach in jede Steckdose stecken“, sagt Andreas Adán. „Dafür ist eine sogenannte Energiesteckdose nötig. Die kann der Mieter sich von einem Elektriker installieren lassen. Eine Erlaubnis des Vermieters dafür ist dann nötig, wenn bei der Montage in die Bausubstanz eingegriffen wird, weil zum Beispiel eine Leitung unter Putz gelegt wird.“ Außerdem muss das Stromnetz der Wohnung die Stromeinspeisung verkraften können. Wenn eine Aufrüstung nötig ist, muss der Vermieter zustimmen, ein Elektriker die Arbeiten ausführen und der Mieter die Kosten tragen.

Überschüssiger Strom aus dem Photovoltaikmodul wird ins öffentliche Netz eingespeist – das geht mit einem Standard-Stromzähler nicht: „Mieter müssen zum Betrieb einer Stecker-PV-Anlage einen Zweirichtungszähler installieren lassen. Das können sie selbst beim Netzbetreiber in Auftrag geben, müssen aber auch die Kosten selbst tragen“, informiert Adán weiter. Um für den überschüssigen Strom eine Einspeisevergütung zu bekommen, muss der Mieter seine Photovoltaikanlage spätestens am Tag der Inbetriebnahme online bei der Bundesnetzagentur anmelden.