Hilden: Mehr Konkurrenz für Hilden

Hilden: Mehr Konkurrenz für Hilden

Langenfeld will seine Verkaufsflächen in den nächsten Jahren um bis 10 000 Quadratmeter ausweiten. Die Stadt Hilden wird Einspruch einlegen, verhindern kann sie die Expansion jedoch nicht.

Wenn es ums Einkaufen geht, sind Langenfeld und Hilden Rivalen im Kampf um den Kunden im Kreis Mettmann. So steht es auch im neuen Einzelhandelskonzept, dass Langenfeld gerade erarbeitet. Dort lässt sich auch die Strategie der Nachbarn ablesen: Langenfeld will seine Einzelhandelsverkaufsfläche (2008: 118 500 Quadratmeter) in den nächsten zehn Jahren um bis zu 10 000 Quadratmeter erweitern – nach einer Ausweitung um 24 Prozent in den vergangenen sieben Jahren. Begründet wird dies damit, dass auch Monheim und der Westen Leichlingen zum Einzugsgebiet des Langenfelder Einzelhandels gehörten.

Diese Kaufkraftvereinnahmung werde die Stadt Hilden nicht einfach hinnehmen und Einspruch einlegen, kündige Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger im Stadtentwicklungsausschuss an. Abhalten könne man die Langenfelder von ihrer Expansion damit allerdings nicht.

Freizeitcenter abgelehnt

Hilden habe nicht die Möglichkeit, in dem Maße wie Langenfeld die Verkaufsflächen auszuweiten, erläutert Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand. Die Itterstadt erzielt auf weniger Einzelhandelsfläche (98 000 Quadratmeter) nahezu das selbe Umsatzvolumen (324,4 Millionen Euro). Zum Vergleich: Langenfeld verfügt über 118 000 Quadratmeter Gesamtverkaufsfläche und erwirtschaftete damit 2008 ein Umsatzvolumen von rund 325 Millionen Euro. Nur etwa vier Prozent der Hildener kaufen in Langenfeld ein. Umgekehrt kommen 3,5 Prozent der Langenfelder zum Shoppen in die Itterstadt.

So gesehen muss Hilden die Langenfelder Konkurrenz nicht fürchten. Probleme mit dem Einzelhandel gibt es aber zuhauf. Im vergangenen Jahr machte Hertie, Hildens letztes Kaufhaus, dicht. Und es sieht auch nicht so aus, als ob sich an der oberen Mittelstraße etwas tun würde, sagen Fachleute, die es wissen müssen. Die Preisvorstellungen des Eigentümers seien weit entfernt von dem, was Interessenten derzeit zu zahlen bereit seien. Der Sparkassen-Neubau mit P&C wird ab Frühjahr 2011 ein neuer Publikumsmagnet an der Mittelstraße, ist Hillebrand überzeugt. Dafür droht der Warrington-Platz zu veröden, wenn P&C dort ausgezogen ist. Das Stadtmarketing sei ständig im Gespräch mit dem Eigentümer, betont Hillebrand: "Doch die sagen uns nicht, was sie vorhaben." Der Stadtmarketing-Geschäftsführer hält den Standort für einen Elektronikfachmarkt wie geschaffen – doch entsprechende Unternehmen zeigen Hilden bislang die kalte Schulter. Als Alternative schlug die Verwaltung im P&C-Gebäude ein Freizeitcenter vor. Das lehnten alle Fraktionen ab. Man wolle keine Probleme mit den Anwohnern.

Stillstand am Kronengarten

Nach wie vor Stillstand herrscht auch am Kronengarten. Die Stadt verkaufte ihr Grundstück vor fünf Jahren an einen Investor. Der will das alte Parkhaus abreißen und durch ein neues Parkhaus mit 300 Parkplätzen ersetzen. Dort wollen Aldi und die Biomarkt-Kette "denn's" einziehen. Die Baugenehmigung ist erteilt, wann es losgeht noch offen.

(RP)