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Haan: Mehr Hilfe für Tagesmütter

Haan : Mehr Hilfe für Tagesmütter

Im Jugendamt soll eine Stelle zur Betreuung von Tagespflegestellen aufgestockt werden. Der Stadtrat soll in seiner heutigen Sitzung die Empfehlung des Jugendhilfeausschusses bestätigen.

Bei der Versorgung von Kindern unter drei Jahren mit Betreuungsplätzen ist die Stadt Haan auf Tagesmütter und -väter angewiesen. In letzter Zeit hatten die Tagespflegestellen mehrfach auf Probleme in der Kooperation mit dem Jugendamt hingewiesen, wo eine krankheitsbedingte Vakanz durch eine Mitarbeiterin aus einem anderen Amtsbereich vertreten wurde. Jetzt soll die Halbtags- zu einer Ganztagsstelle aufgestockt und umgehend besetzt werden. Diese Empfehlung muss der Stadtrat heute Abend in seiner Sitzung (ab 17.30 Uhr, Pumpstation, Düsseldorfer Straße 1) noch genehmigen.

 Die Tagesmütter (oben Nina Krug) sollen besser unterstützt werden. Dafür setzt sich Jugenddezernentin Dagmar Formella (Mitte) ein. Derzeit bearbeitet Anke Weber (unten links, bei der Vorstellung des Babybegrüßungspaketes mit Elke Fischer und Jochen Sack) den Tagespflegebereich.
Die Tagesmütter (oben Nina Krug) sollen besser unterstützt werden. Dafür setzt sich Jugenddezernentin Dagmar Formella (Mitte) ein. Derzeit bearbeitet Anke Weber (unten links, bei der Vorstellung des Babybegrüßungspaketes mit Elke Fischer und Jochen Sack) den Tagespflegebereich. Foto: ola

Auf Antrag von CDU und FDP soll die Neueinstellung allerdings erst befristet sein bis zur Stellenplanberatung 2013. Dann soll – nach einem Blick auf die allgemeine (Finanz-)Lage – die Personalentscheidung endgültig getroffen werden. Jochen Sack (GAL) kritisierte diese Empfehlung: "Die Befristung schafft einen Bruch an der Stelle, wo Tagespflege unterstützt werden soll." Er riet zu einer unbefristeten Einstellung, da die Verwaltung im Zweifel die Arbeitskraft auch umzuschichten wisse. Immerhin kommen aus dem neuen Kinderschutzgesetz weitere Aufgaben auf die Kommune zu. Marlies Goetze (CDU) erklärte, über die Stelle insgesamt solle der Arbeitskreis Personal beraten.

Haan: Mehr Hilfe für Tagesmütter
Foto: Staschik, Olaf
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Jugenddezernentin Dagmar Formella sagte, das Jugendamt müsse bei der Vermittlung, bei der Beratung und letztlich auch bei der Qualifizierung von Tagespflegestellen mitarbeiten. Lediglich die Vermittlung sei zu 100 Prozent erfüllt worden. Beratung habe es nur vereinzelt gegeben. Die Erste Beigeordnete betonte aber, die Tagespflege sei ein freier Markt. Wenn Eltern sich aber doch für eine andere Art der Betreuung für ihr Kind entschieden, könne die Verwaltung nichts weiteres tun. Auch Elke Fischer, Abteilungsleiterin Jugendamt im Amt für Soziales und Jugend, verwies darauf, dass die Tagesmütter eine selbstständige Arbeit ausübten und auch das unternehmerische Risiko zu tragen hätten. Das Jugendamt bemühe sich um eine passgenaue Vermittlung zwischen Eltern und Tagesmutter. "Wir können aber nur Vorschläge machen."

Dennoch, so fand Marlies Goetze (CDU), sei die Tagespflege in jüngster Zeit "nicht so behandelt worden, wie es hätte sein müssen". Sie wusste von vielen Eltern, die sich eine intensive Beratung wünschten. Die CDU habe keine Probleme mit der Neueinstellung. Zumal auch der Bereich "Begrüßungspaket" für Neugeborene, der seit September vorigen Jahres wegen der Vertretung bei der Tagespflege ruht, wieder bearbeitet werden müsse.

Thomas Kirchhoff (FDP) erklärte, im Augenblick benötige die Stadt zur U3-Betreuung "in kurzer Zeit viele Plätze". In einigen Jahren aber könne der Druck durchaus nachlassen.

(RP)