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Mehr als 12.000 Hildener Kinder besuchen die „Busschule“

Hilden : Mehr als 12.000 Kinder besuchen „Busschule“

20 Klassen aller Grundschulen in Hilden nehmen an Sicherheitstraining teil. Stadt und Rheinbahn teilen sich die Kosten.

„Seid ihr bereit? Dann fährt der Bus jetzt los.“ Busfahrerin Silke Russ drückt kräftig aufs Gaspedal und der Bus kurvt über den Übungsplatz. Die Kinder der 4. Klasse der Grundschule Beethovenstraße werden kräftig durchgeschüttelt. Doch zum Glück bleiben alle stehen und niemand wird verletzt. Denn sie wissen jetzt, wie man im Bus richtig steht, um nicht umzufallen.

Das wurde ihnen von Busfahrer Stephan Norff und der Verkehrspädagogin Ina Baumann erklärt. „Es ist wie beim Windsurfen. Beine auseinander, Knie leicht angewinkelt, beide Hände vor dem Oberkörper.“ So zeigt es Baumann dem Jungen, der sich freiwillig gemeldet hat. „Du bist aus Stein und bewegst dich nicht mehr.“ Dann schubst sie ihn an. Er bleibt stehen. Die Kinder klatschen begeistert. So wird den Schülern spielerisch in Form von Rate-, Situations- und Rollenspielen gezeigt, wie man sich im Bus verhält. Aber auch wie es nicht geht. Und was die Folgen von falschem Verhalten im Bus sein können.

Der Junge soll sich jetzt an den Schlaufen im Bus festhalten. „Achtung, der Bus fährt an.“ Damit hebt Stephan Norff den Jungen hoch. „So geht das nicht“, rufen einige Kinder. „Wenn ihr alles so macht, wie wir euch gezeigt haben, seid ihr auf der sicheren Seite“, erklärt Ina Baumann, während die Viertklässler ihr gespannt zuhören.

Schon seit 2002 steht die Busschule jedes Jahr für alle vierten Klassen in Hilden auf dem Stundenplan. Bürgermeisterin Birgit Alkenings schätzt die Arbeit der Busschule. Vor allem für die weiterführende Schule sei diese Schulung hilfreich. Denn ab dann hätten die Kinder einen anderen und oft längeren Schulweg, den einige mit dem Bus zurücklegen. Das sei eine Umstellung, denn in der Grundschulzeit gingen die Kinder vorwiegend zu Fuß oder führen mit dem Fahrrad. Außerdem sei es wichtig, sich umweltbewusst zu bewegen, erklärt Alkenings. „Wer mit dem Bus fährt, ist Umweltschützer.“ Die Bürgermeisterin lobt die Arbeit von Ina Baumann und Stephan Norff. Es sei gut, den Kindern anhand von Beispielen die Situationen zu erläutern.

Auch Karsten Ingenhofen, Leiter der Unfallprävention der Kreispolizeibehörde Mettmann, ist erfreut von der Arbeit der Verkehrspädagogen. Im vergangenen Jahr habe es 26 Schulwegunfälle gegeben. Im Vergleich zu den Vorjahren seien das rund 25 Prozent weniger. Allerdings habe die Polizei keine Statistiken darüber, wie viele dieser Unfälle durch den Bus verursacht wurden. Aber auch das sieht Ingenhofer positiv: „Wenn es keine Statistiken zu etwas gibt, bedeutet das, dass es nicht lohnenswert ist, einen stärkeren Blick darauf zu werfen.“

Bei einer Trinkpause reflektieren die Kinder, was sie heute gelernt haben. „An der Bushaltestelle muss man aufpassen, wenn der Bus kommt“, weiß Luis (10). Beim Ein- und Aussteigen sei es wichtig, nicht zu drängeln und nach links und rechts zu gucken bevor man aussteigt, sagt Nick (9). „Es ist auch wichtig, sich richtig festzuhalten, damit man im Bus nicht umfällt“, erklärt Luca (10). Er und seine Mitschülerin Stella (9) werden nach den Sommerferien mit dem Bus zu ihrer neuen Schule fahren. Darum sei es wichtig zu wissen, wie man sich im Bus verhält, sagen die Kinder. Sie freuen sich auf ihre neue Schule und auf den Schulweg mit dem Bus, denn jetzt sind sie gut dafür vorbereitet.

Rheinbahn-Marketingleiterin Chantal Kleine lobt das vorbildliche Engagement der Stadt: „Die Stadt Hilden übernimmt damit in vorausschauender Weise Verantwortung für ihre jungen Bürger, die mit den Bussen unterwegs sind. Das ist eine gute Investition in die Zukunft.“