1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Maskenpflicht-Ende: Gemischte Gefühle an Schulen in Hilden und Haan

Schulen in Hilden und Haan : Gemischte Gefühle nach Ende der Maskenpflicht

Schüler können den Mund-Nase-Schutz am Sitzplatz ab 2. November ausziehen. So reagieren die Schulen.

Die Maskenpflicht im Unterricht fällt, Schülerinnen und Schüler können den Mund-Nase-Schutz ab dem 2. November am Sitzplatz abnehmen. Diese Entscheidung der NRW-Landesregierung ruft in Hilden und Haan nicht nur Jubel hervor. Die Erste Beigeordnete der Stadt Haan, Annette Herz, sieht dem Fall der Masken mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie sagt: „Einerseits kann ich alle Eltern verstehen, die sich den Verzicht auf die Masken im Unterricht herbeiwünschen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ausgerechnet jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist.“ Angesichts der steigenden Inzidenzwerte macht sich die Schuldezernentin so ihre Gedanken. „Ich würde mich jedenfalls deutlich wohler fühlen, wenn wir mit der Impfmöglichkeit auch für die jüngeren Kinder schon weiter wären“, betont sie.

Es liegt an den Schulen, ob sie ihren Schülern raten, die Masken auch weiterhin zu tragen. „Eine Empfehlung für das Tragen der Maske am Sitzplatz sprechen wir nicht aus“, erklärt Tobias Schmeltzer, Leiter der Wilhelm-Hüls-Schule und Sprecher der Hildener Grundschulen. „Wer es auf freiwilliger Basis tun möchte, kann dies natürlich gerne tun.“ Die Entscheidung des Ministeriums möchte der Pädagoge nicht kommentieren.

  • Schülerinnen und Schüler müssen auf ihrem
    Kritik von Lehrerverbänden : NRW-Schulministerium schafft Maskenpflicht im Unterricht ab
  • An diesem Donnerstag will das Schulministerium
    Corona im Kreis Viersen : Landrat will Maskenpflicht in Schulen beibehalten
  • Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten
    Entscheidung des NRW-Schulministeriums : Die Maskenpflicht an Schulen muss bleiben

Für Dirk Wirtz, Leiter des städtischen Gymnasiums Haan, halten sich die Gründe für und gegen eine Maskenpflicht im Unterricht in etwa die Waage. „Gerade im Sportunterricht habe ich die Maske als sehr hinderlich und eigentlich auch nicht zwingend notwendig empfunden, da wir ja in einer großen Halle in Bewegung sind und nicht, wie im Unterricht, in kleineren Räumen nah beieinander sitzen“, sagt er. Den generellen Verzicht auf einen Mund-Nase-Schutz im Klassenraum sieht Wirtz jedoch „nicht unproblematisch“. Und hinzu kommt: Bei aller Diskussion beschäftigt den Schulleiter auch die zusätzliche Arbeit, die der neue Erlass für ihn und das Lehrerkollegium wieder bedeuten wird. „Die ersten Eltern-Anrufe werden nicht lange auf sich warten lassen“, sagt er voraus: „Wir müssen informieren und organisieren – und haben dabei immer weniger Zeit für unsere eigentliche Aufgabe: den Unterricht für die Kinder vorzubereiten.“

Die Hildenerin Trixi Kolb hatte vor einigen Wochen eine Petition zur Abschaffung der Maskenpflicht am Sitzplatz auf den Weg gebracht, knapp 35.000 Menschen haben sie unterzeichnet. Sie freut sich sehr für die Kinder. „Nonverbale Kommunikation, das einfachere Lernen von Sprachen und das Einschätzen von Gefühlslagen der Schülerinnen und Schüler werden nun wieder ermöglicht.“ Aber ihr sei auch bewusst, dass auch viele Menschen Angst vor diesem Schritt haben. „Es hat eine Risikoabwägung stattgefunden, und für beide Seiten gibt es Argumente. Schulen bzw Lehrkräfte sollten weiterhin für Toleranz werben und Schülerinnen und Schülern vorleben, dass jede Person für sich selbst entscheiden kann, ob die Maske trotz der Abschaffung einer Pflicht weiterhin getragen wird oder nicht.“