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Masken retten Leben – und Jobs in Hilden

Hilden : Masken retten Leben – und Jobs in Hilden

Vielen Unternehmen im Land brechen durch Corona die Umsätze um 90 Prozent weg. Geschäftsführungen müssen schnell und weitsichtig reagieren. So wie Anna Behrin. Sie leitet die Firma SHR Germany

Nicht nur das Tragen von Masken hat rettende Funktion, auch die Produktion kann retten – nämlich Unternehmen und ihre Arbeitsplätze. So jedenfalls sieht es Anna Behrin, seit April 2018 Geschäftsführerin von SHR Germany an der Hans-Sachs-Straße 17.

Die 33-Jährige ist in Bayern aufgewachsen und studierte Wirtschaftswissenschaften in Ulm. Eine Anstellung als Key Account Managerin bei Esprit in Ratingen führte sie in die Region. 2017 wechselte sie als Business Development Managerin zu SHR Germany nach Hilden. Ein Jahr später wurde sie Geschäftsführerin. Das Kerngeschäft der SHR liegt in Apparaturen für dauerhafte Haarentfernung.

So war es jedenfalls bis zur Corona-Krise mit all ihren Maßnahmen. „Alle Kosmetikinstitute mussten in Deutschland und den Nachbarländern von heute auf morgen schließen“, erklärt Anna Behrin. „Ich hätte die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken oder entlassen müssen.“ Und das wären nicht wenige gewesen. Die SHR Germany und der SHR Germany Onlineshop haben zusammen 70 Mitarbeiter.

Da nicht abzusehen war, wie lange der Lock-Down anhält, war schnelles Umdenken notwendig. „Es war klar, dass Masken und Schutzausrüstung jeglicher Art benötigt werden und gleichzeitig Mangelware sind“, so Behrin. Darin sah die Geschäftsführerin eine Chance für ihr Unternehmen. Kurzerhand wurde mit der Produktion von dreilagigen, handgenähten Mundmasken begonnen, um die Situation irgendwie zu überbrücken und die Arbeitsplätze zu sichern.

„Die Mitarbeiter haben sich freiwillig angeboten. Sie haben den Ernst der Lage begriffen und standen hinter dem Unternehmen“, freut sich die Geschäftsführerin: „In schweren Zeiten müssen alle zusammenhalten.“ Um in jedem Fall gerüstet zu sein, hat SHR nun auch ein Gerät zur Fertigung dreilagiger OP-Masken bestellt. „Dieses ermöglicht uns ab dem 25. Mai eine monatliche Produktion von fünf Millionen OP-Masken.“

Natürlich hat Anna Behrin für ihr Unternehmen auch die Corona-Soforthilfe beantragt. „Durch die Corona-Maßnahmen haben wir einen Umsatzeinbruch von 90 Prozent erlitten“, macht sie den Ernst der Lage klar. „Aber die Soforthilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Damit kann das Bestehen des Unternehmens nicht gesichert werden. Aktuell weiß noch niemand, ob die Realität, wie wir sie vor Corona kannten, zurückkehrt. Keiner weiß, ob eine zweite Welle kommen wird. Somit hoffen wir, mit den Masken in die Zukunft investiert zu haben. Und falls nicht, so haben wir zumindest versucht, die Arbeitsplätze zu erhalten.“ Wie vielen Geschäftsführern liegt auch Anna Behrin derzeit eine besonders schwere Last auf den Schultern „Es ist nicht einfach abzuschalten, da ich immer eine große Verantwortung gegenüber dem Unternehmen und den Mitarbeitern habe. Ich versuche, stets mein Bestes zu geben. In der heutigen Zeit muss man schnell sein. Schnell Ideen entwickeln und diese auch umsetzen. Sich ständig neuen Marktgegebenheiten anpassen“, sagt sie. Deshalb ist es wichtig, neue Kräfte zu tanken. „Natürlich verbringe ich gerne Zeit mit meiner Familie“, verrät Anna Behrin. „Ich lese, jogge, schwimme und gehe gerne wandern, sobald sich die Möglichkeit ergibt.“