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Hilden: Markt für gebrauchte Räder gut gefragt

Hilden : Markt für gebrauchte Räder gut gefragt

Rund 80 Drahtesel wechselten am Samstag auf dem Warringtonplatz innerhalb einer Stunde die Besitzer.

Andrea Birlenbach schiebt ein großes Herrenrad über den Warringtonplatz und sieht sich neugierig nach einem geeigneten Standplatz um. Sie hofft, an diesem Vormittag den Drahtesel mit dem Ledersattel und der blauen Lackierung auf der Gebrauchtfahrradbörse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Hilden verkaufen zu können. "So 40 oder 50 Euro wären schon schön", sagt die Hildenerin. Schon nach wenigen Minuten zeigen die ersten Kunden Interesse an ihrem Fahrrad.

"Unsere Verkaufsquote liegt zwischen 50 und 80 Prozent. Das ist nicht überall so", sagt Georg Blanchot aus dem Vorstand des ADFC Hilden. Zweimal im Jahr bietet der Verein Privatleuten die Möglichkeit, ihre Fahrräder an private Interessenten zu verkaufen. "Wir notieren die Rahmennummern und die Polizei macht Stichproben, um auszuschließen, dass es sich um Hehlerware handelt. Die Käufer bekommen einen Vertrag als Nachweis, wo sie das Rad erworben haben", erläutert Georg Blanchot das Verfahren.

Rund 70 Räder hat er bereits registriert. Auch das von Günther Weichenthal. Er bietet ein weißes Elektrofahrrad an. "Das ist vom verstorbenen Schwiegervater meines Sohnes. Der hatte zwei. Eines habe ich bekommen, doch mehr kann ich nicht brauchen." Einige Interessenten haben sich das Rad schon näher angesehen, doch die 800 Euro hat noch niemand bezahlt. "Die Trittkraftunterstützung ist auch nicht Jedermanns Sache. Die meisten wollen ohne fahren", sagt Günther Weichenthal. Er selbst ist von dem zusätzlichen Antrieb überzeugt. "Da ich Probleme mit dem Knie habe, ist das wunderbar." Hans Fritscher hat sich dagegen ent-schlossen, sich aus Altersgründen von seinem schmucken Tourenrad zu trennen. "Das fällt mir zwar schwer, doch dann kommt die Einsicht, dass es so besser ist. Es muss ja nicht unbedingt erst etwas passieren." Er ist zuversichtlich, einen Käufer zu finden. "Mit so vielen Leuten habe ich gar nicht gerechnet. Wer mir 100 Euro dafür gibt, der bekommt das Rad." Da es ein Herrenrad ist, kommt es für Holger Traugott nicht infrage. Er sucht ein Rad für seine Frau. "Dabei folgt die Funktion der Optik. Es muss ihr gefallen, darf nicht zu altbacken aussehen und nicht zu bunt. Wie Frauen nun einmal sind, sie haben ihren eigenen Geschmack", sagt er und sieht sich weiter suchend um.

Peter Rotenberger hat derweil seinen Begleiter für das Studium in Karlsruhe gefunden. Er schiebt das gut gepflegte Herrenrad in Richtung Ausgang. "Ich bin sehr zufrieden. Es sieht sehr gut aus und für 125 Euro fand ich es relativ günstig." Nun hofft der Hildener, dass ihm sein Rad nicht gleich geklaut wird. Enttäuscht verlässt dagegen Antonio Rodriguez den Platz. Er hatte ein Fahrrad für seine Frau gesucht und nichts gefunden. "Wir brauchen für sie eine 26er Rahmengröße. Da gab es wenig Auswahl und was wir gesehen haben, war zu teuer. Für Männer ist das Angebot größer." Ständig rollen neue Kinder-, Damen- und Herrenräder auf den Platz.

Im Schnitt wechseln etwa 80 Fahrräder bei einem Markt den Besitzer. Die Begrenzung auf rund eine Stunde hat sich bewährt: Anbieter stehen sich nicht die Beine in den Bauch, Interessenten können das Angebot bei einem Besuch erfassen. Zudem hat die Erfahrung gezeigt, das alles, was nicht in einer Stunde verkauft werden kann, an diesem Markttag auch keinen Käufer mehr findet. Samstag gabs noch einen weiteren Aspekt: Samstag hätte ein kräftiger Regenschauer den Markt eh frühzeitig beendet.

(domi)