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Mann gibt bei Polizeikontrolle in Hilden Gas und gefährdet Kind

Verfolgungsjagd in Hilden : Mann flüchtet vor Polizei und überfährt beinahe Vierjährige

Weil er nicht angeschnallt war, wollten Polizisten einen 64 Jahre alten Autofahrer an der Richrather Straße in Hilden anhalten. Doch der Mann gab Gas. Auf seiner Flucht hat er offenbar fast ein Kind überfahren.

Erst am Donnerstagvormittag lichtet sich der Nebel: Bei einer gefährlichen Aktion am Mittwochmorgen muss ein Vater seine vierjährige Tochter im Hildener Süden von der Straße ziehen, weil sie sonst von einem Auto erfasst worden wäre. Der Fahrer flüchtet zuvor vor der Polizei und ist viel zu schnell unterwegs. Bereits am Mittwoch macht diese Geschichte in Sozialen Medien die Runde, am Donnerstag bestätigt ein Polizeisprecher den Vorfall.

„Meine Kollegen wollten den Mann gegen 8 Uhr an der Richrather Straße anhalten, weil er nicht angeschnallt war“, erklärt Daniel Uebber von der Kreispolizei in Mettmann. Doch statt anzuhalten gibt der 64 Jahre alte Mann Gas und flüchtet. Der Autofahrer sei dann mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit – die Rede ist davon, dass er auf bis zu 70 km/h beschleunigt haben soll – in die Wilbergstraße eingebogen. Die Polizeibeamten springen in ihr Einsatzfahrzeug und verfolgen den Mann.

An der Kreuzung zur Pestalozzistraße trifft der Autofahrer auf Fußgänger: Ein 38 Jahre alter Hildener ist zu diesem Zeitpunkt mit seiner vierjährigen Tochter unterwegs und möchte offenbar in diesem Augenblick die Straße überqueren. Er kann sein Kind noch im letzten Moment von der Fahrbahn ziehen – sonst wäre das Mädchen von dem Auto erfasst worden. Das gibt er später bei der Polizei an.

Der Autofahrer stoppt mehrere Meter weiter seinen schwarzen Opel Corsa und flüchtet zu Fuß weiter. Doch der Vater der Vierjährigen verfolgt ihn und bringt ihn nach wenigen Schritten zu Boden, wie Daniel Uebber weiter erklärt. Kurz darauf treffen die Polizeibeamten ein und nehmen den 64-jährigen Mann aus Hilden fest.

Bei den ersten Ermittlungen vor Ort kommt raus, dass der Mann keinen Führerschein vorweisen kann. Er gibt zwar an, eine Fahrerlaubnis zu besitzen, in den Datenbanken werden die Beamten jedoch nicht fündig, hieß es. Außerdem stellen sie fest, dass der Autofahrer einen Alkoholwert von 0,16 Promille im Blut hat.

Den 64 Jahre alten Hildener erwarten nun gleich mehrere Strafverfahren, wie Polizeisprecher Daniel Uebber erklärt. Einmal wegen Fahrens ohne Führerschein und einmal wegen Gefährdung durch grobes und rücksichtsloses Fahren. Sollte sein Führerschein auftauchen, dürfte er ihn für längere Zeit erst einmal wieder los sein.