Manege frei für den Zirkus Augustelli der Wilhelm-Hüls-Schule

Hilden : Manege frei für den Zirkus Augustelli

Eine Woche steht an der Wilhelm-Hüls-Schule alles unter dem Motto Zirkus. Die Kinder lernen Jonglieren, Akrobatik und Zaubern. Alle vier Jahre gibt es dieses Projekt an der Schule. Umjubelter Auftritt vor den Eltern am Wochenende.

 Während die lange Besucherschlange vor dem Zirkuszelt allmählich kürzer wird, steigt unter der mit Sternen bemalten Kuppel die Spannung. Beschwingte Musik erfüllt den Raum. Der Duft von Popcorn wabert durch die Reihen. Dann tritt Tobias Schmeltzer in den Lichtkegel inmitten der Manege. Der Leiter der Wilhelm-Hüls-Schule ist mit Zylinder und glitzernder Weste in die Rolle eines Zirkusdirektors geschlüpft. Seine Schüler wiederum treten im Laufe des Nachmittags als bunte Clowns, Magier und Artisten ins Rampenlicht.

Als „Zirkus Augustelli“ geben die Kinder aller Jahrgänge am vergangenen Wochenende insgesamt vier nahezu oder komplett ausverkaufte Vorstellungen im Zelt auf dem Schulhof an der Augustastraße. Dabei sind sie in zwei Gruppen aufgeteilt, so dass jeder Schüler zweimal auftritt. Für das vierte Zirkusprojekt der Grundschule – das erste gab es zum 100-jährigen Jubiläum – hat das Kollegium die Unterstützung echter Profis gewonnen. „Sie haben die Lehrer und Eltern in Workshops angeleitet“, berichtet Tobias Schmeltzer am Rande der Vorstellung. Er betont die „wirklich gute Zusammenarbeit der Elternschaft mit der Schule“. „Die Eltern waren von Beginn der Planung, über die Vorbereitung der Kinder bis zur Mithilfe bei den Aufführungen komplett in das große Projekt miteinbezogen“, erklärt er.

Anfang der vergangenen Woche demonstrierten die Eltern den Kindern ihre neu gewonnenen Fähigkeiten – und gaben sie am Dienstag und Mittwoch an die Schüler weiter. „Das Ergebnis nach dieser kurzen Probenzeit ist einfach sensationell“, schwärmt Schmeltzer. „Das zeugt von der großen Motivation der Schüler.“

Die erste Gruppe verzaubert die Besucher – unter ihnen naturgemäß Eltern, Großeltern und Geschwister – in einer Art Schwarzlichttheater als Meerestiere im versunkenen Atlantis. Auch bunte Tücher, Ringe und leuchtende Bälle wirbeln die jungen Künstler im abgedunkelten Raum umher.

Unter dem Klatschmarsch der Zuschauer geht es in der Manege Schlag auf Schlag: Die Magier fördern aus einer brennenden Schale zunächst zwei Kaninchen zutage, um sie wenig später auf wundersame Weise verschwinden zu lassen. Ein Dompteur animiert seine als wilde Tiere verkleideten Kollegen zu allerlei Kunststücken, verzweifelt aber an einem gespielt widerspenstigen Känguru. Und schließlich dürfen natürlich auch Seiltanz und Akrobatik nicht fehlen: Elegant balancieren die Schülerinnen sogar im Reifen auf dem Seil oder bauen Pyramiden und andere Figuren. Auch Trapezkünstler und Fakire kann der junge Zirkus in seinen etwa zweieinhalb-stündigen Vorstellungen aufbieten.

Klassenverbände und Jahrgangsstufen sind während des Projekts aufgehoben, so dass Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam auftreten. „Diese Erfahrung gehört zu den Highlights der Grundschulzeit“, betont Schulleiter Tobias Schmeltzer. Und das ist angesichts des Beifalls der jeweils mehr als 500 Besucher ganz sicher nicht übertrieben.

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