Haan: Malerei und Stahl in historischer Halle

Haan : Malerei und Stahl in historischer Halle

Bei der Museumsnacht am Freitag, 27. September, kann inmitten des historischen Gebäudes der Alten Pumpstation die Ausstellung "Symmetrie" besichtigt werden. Der Hildener Künstler Daniel Ben-Benyamin präsentiert Malereien und der Bildhauer Sebastian Wien Stahl-skulpturen.

Bei der Museumsnacht am Freitag, 27. September, kann inmitten des historischen Gebäudes der Alten Pumpstation die Ausstellung "Symmetrie" besichtigt werden. Der Hildener Künstler Daniel Ben-Benyamin präsentiert Malereien und der Bildhauer Sebastian Wien Stahl-skulpturen.

Einen faszinierenden Einblick in die industrielle Bauweise des 19. Jahrhunderts bietet die Alte Pumpstation. Die Gründerzeit-Architektur ist geradezu ideal als Kulisse für Kunst. In der Museumsnacht am nächsten Freitag können Besucher malerische und bildhauerische Kunstwerke inmitten Backsteinmauern, alter Pumpen, Schalttafeln, Kran und Tonnendecke erleben.

"Symmetrie" heißt die neue Ausstellung, die noch bis zum 9. Oktober geht. Der Bildhauer Sebastian Wien präsentiert Stahlskulpturen und Daniel Ben-Benyamin Malereien. Elegant schwingende Stahlobjekte und monumentale Acryl/Öl-Werke gehen in der Maschinenhalle, geprägt von Ordnung und Ruhe, eine Symbiose, ein.

Entdeckergeist ist bei den Skulpturen gefragt. Erstaunlich, wie dieses so schwer zu bearbeitende harte Material bei den 15, im Raum schön integrierten kleinen und großen Skulpturen, so eine Leichtigkeit verströmt. Dem Stahl hat sich der Bildhauer Sebastian Wien schon viele Jahre verschrieben. Ein Stoff, der unter seinen Händen neue Dimensionen eingeht. "Mein Atelier war damals in einem stillgelegten Stahlwerk", erzählt der Künstler. "Seitdem ist das mein bevorzugtes Material."

Von einer kugeligen Grundform aus teilt er einzelne Segmente ab und verwandelt sie zu neuen Verbindungen, zu neuen Formen. Sanft geschwungene Teile, mal glatt poliert, mal aufgeraut, mal mit Rillen und Einkerbungen. Schlicht, sich umkreisend, fast tänzelnd, korrespondieren sie auf hohen weißen Sockeln. Ein bestimmter Zauber ergibt sich durch den Wechsel zwischen Licht und Schatten und den rotbraunen Nuancen der Oberflächen. Durch eine spezielle Säure- und Wasserbehandlung vermitteln die Skulpturen die Illusion von sorgsam poliertem Holz. Ein Blickfang ist Wiens "Variation II." in der Mitte des Raumes. Fast frei schwebende, sich drehende Formen, die an elegante Surfboote erinnern. "So ganz ohne Statik, ohne Berechnungen geht es nicht", meint Sebastian Wien schmunzelnd.

Auch die riesigen Dyptychon-Werke des Hildener Malers Daniel Ben-Beyamin korrespondieren schön im Rhythmus der alten Industriehalle. Mit Farben voller Intensität und Leuchtkraft spiegeln sich zweiteilige und aufklappbare Malereien mit sich selbst. Symmetrie und Technik hat Ben-Benyamin im Fokus. Beide fügen sich perfekt in die Pumpstation ein. Mit Künstlerblick findet er immer wieder im In- und Ausland Teile von Maschinen und fotografiert sie. Auf riesige Leinwände, erst auf die eine, dann auf das Pendant, projiziert er sie mit Pinseln und Farben und lässt ihnen die vorgefundenen Gebrauchsspuren. Da sind Fragmente einer Bahnschranke, eines Löffelbaggers. Oberhalb des umlaufenden Ganges mit Steuer- und Regeltechnik, sieht man Teile einer dänischen Ampelanlage im Spiel mit Sekundärfarben, in Gelb-, Blau- und Rot-Tönen. Auf dem alten Mosaik-Kachelboden, stehen sie auf Stelzen, schmiegen sich wie Bühnenbildkulissen an die wuchtige grüne Wasserpumpe. Fürs Auge kaum sichtbar, hat der Künstler eine Seite in Öl, die andere in Acryl gemalt. In Farben, Linien und Formen finden Symmetrie und Balance beider Künstler zu einem reizvollen Miteinander.

(nea)