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Lösung nach Ärger am Nove-Mesto-Platz in Hilden in Sicht

Nach Ärger in Hilden : Lösung für Nove-Mesto-Platz in Sicht

Nach massiven Anwohnerbeschwerden haben Politik und Verwaltung Maßnahmen auf den Weg gebracht, die die Situation beruhigen sollen. Auf dem Nove-Mesto-Platz sollen sich regelmäßig Jugendliche treffen, herumgrölen und Passanten anpöbeln.

Eine erhöhte Präsenz von Ordnungsamt und Polizei, weitere Ansprachen durch einen Streetworker und eine Vertrauensperson in den Reihen der Anwohner – das sind drei Maßnahmen, die Ruhe in die Situation am Nove-Mesto-Platz bringen sollten. Verwaltung, Polizei, Nove-Mesto-Platz-Nachbarn und Politik haben sich auf diese Punkte bei einer Sitzung des Arbeitskreises „Sicherheit und Ordnungspartnerschaften“ geeinigt. Im Kern steht aber ein Appell: „Was wir uns alle wünschen, ist Verständnis und Respekt auf beiden Seiten“, erklärt Ordnungsamtsleiter Michael Siebert.

Seit rund einem Jahr treffen sich Jugendliche auf dem Nove-Mesto-Platz, missachten die Corona-Regeln, hinterlassen Müll, nehmen Drogen, grölen herum und pöbeln Passanten an – so lauten die Vorwürfe der Anwohner. Sowohl vom städtischen Ordnungsamt als auch von Polizei fühlen sich die Bürger im Stich gelassen. Tenor: Die kämen nicht oder immer erst dann, wenn sich die Störer längst verzogen hätten.

Hildens Bürgermeister Claus Pommer hat sich in einem Internetvideo an die Jugendlichen gewandt und Verständnis für beide Seiten gezeigt: „Ihr kommt gerade zu kurz.“ Daher sollte die ältere Generation auch hin und wieder durchgehen lassen, wenn die Jungen übertreibt. Er bat die Jugendlichen aber zugleich, Rücksicht auf die Bewohner zu nehmen und es etwas ruhiger angehen zu lassen.

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Das Einsatzgeschehen seit Beginn der Pandemie sei aus polizeilicher Sicht nicht auffällig, erklärte Claus Pommer. In den vergangenen 17 Monaten seien die Beamten zu fünf Ruhestörungen ausgerückt, insgesamt hätten sie 59 Straftaten registriert, 34 davon gehörten in die Kategorie Straßenkriminalität – beispielsweise Diebstahl, Drogen, Körperverletzung. „Dabei handelt es sich um Delikte von jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren“, erklärt er weiter. Die Gruppe, die den Anwohnern aktuell Sorge bereitet, bestehe jedoch aus Zwölf- bis 16-Jährigen.

In einem Brief an alle Anwohner des Nove-Mesto-Platzes, der jetzt verteilt worden ist, erläutert Bürgermeister Claus Pommer die neuen Maßnahmen. Eine Vertrauensperson aus den Reihen der Nove-Mesto-Platz-Nachbarn soll als zentraler Ansprechpartner der Verwaltung Beschwerden und Anregungen bündeln und als eine Art Klassensprecher auftreten. Ordnungsamt und Polizei erhöhen vor allem im Kernbereich zwischen 17 und 19 Uhr ihre Präsenz auf dem Platz, ein Streetworker sucht das Gespräch mit den Jugendlichen. Die Maßnahmen protokolliert das Ordnungsamt in einer Art Tagebuch.

„Wir werden nicht verhindern, dass sich auf dem Nove-Mesto-Platz Menschen aufhalten“, erklärt Ordnungsamtschef Michael Siebert. Wer sich an die Regeln halte, dürfe sich auf dem öffentlichen Platz auch frei bewegen. „Wir schreiten ein, wenn Grenzen überschritten werden.“ Solche Grenzüberschreitungen habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben.

Die Diskussion über die Situation am Nove-Mesto-Platz köchelt seit rund drei Wochen, nachdem sich Anwohner an die Öffentlichkeit gewandt haben. Das Ordnungsamt hatte daraufhin die Präsenz bereits verstärkt. Offenbar hat bereits dieser Schritt zu einer Verbesserung der Lage geführt: „Es ist ruhig geworden, seit fast zwei Wochen gibt es keine Beschwerden“, erklärt Claus Pomnmer. In einem Internetvideo möchte er sich auf der Plattform Instagram deswegen jetzt auch bei den Jugendlichen bedanken und an sie appellieren, diesen Weg weiter zu gehen.

Das Grundproblem aber bleibt bestehen: Was sollen die Jugendlichen in der aktuellen Situation mit Kontaktbeschränkungen und nur extrem wenigen Freizeitangeboten überhaupt den ganzen Tag machen? „Wir würden gerne mehr anbieten, allerdings ist das aktuell nicht möglich“, sagt Claus Pommer. Events seien momentan wegen der Infektionsgefahr und wegen der Beschränkungen verboten. Aber man denke bereits über Veranstaltungen nach, die nach der Pandemie durchgeführt werden könnten.