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Hilden: Leitungskontrolle aus der Luft

Hilden : Leitungskontrolle aus der Luft

Regelmäßig werden die Hochspannungsleitungen überprüft – zu Fuß, aber auch per Hubschrauber. Schäden werden dokumentiert und behoben. Die meisten Leitungen befinden sich über Park- oder Gartenanlagen.

Regelmäßig werden die Hochspannungsleitungen überprüft — zu Fuß, aber auch per Hubschrauber. Schäden werden dokumentiert und behoben. Die meisten Leitungen befinden sich über Park- oder Gartenanlagen.

Langsam nähert sich der Hubschrauber der Kleingartensiedlung Lehmkuhler Weg. Über den Lauben stoppt er, doch die Kleingärtner haben kaum einen Blick für ihn. "Der kommt regelmäßig", sagen sie. "Er kontrolliert nur die Leitungen." Denn die Gartenanlage befindet sich am Fuße von Hochspannungsmasten. Stück für Stück fliegt der blaue Helikopter an den Drähten entlang, mal näher, mal etwas weiter. Dann ist er weg.

"Einmal pro Jahr befliegen wir unser Leitungsnetz", erklärt Norbert Hagelstein. Der Elektromeister leitet den Leitungsbereich West der Amprion GmbH. Das Höchstspannungsnetz mit 220 000 und 380 000 Volt gehörte einst der RWE, mussten aber per Gesetz in ein eigenes Unternehmen ausgelagert werden.

Zehn Tage dauere es, die Leitungen an den 2000 Masten, die sich von der holländischen Grenze durchs Ruhrgebiet und das nördliche Rheinland ziehen, abzufliegen. "Eine Tankfüllung reicht für einen etwa zweieinhalbstündigen Hubschrauberflug", weiß Hagelstein. Er fliegt selbst regelmäßig mit.

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Neben dem Piloten sitzen stets zwei Beobachter — Monteure und Elektromeister — in dem Helikopter, der sich den Leitungen auf zehn bis 15 Meter nähert. "Wir haben Fotoapparate und Ferngläser mit", erklärt Hagelstein. "Es ist eine reine Sichtkontrolle."

Ein Fünftel der Masten abklettern

Sollten Schäden festgestellt werden, würden sie dokumentiert und später behoben. "Größere Schäden — zum Beispiel einen beschädigten Isolator — werden sofort repariert." Die Überprüfung aus der Luft ist nicht die einzige. "Einmal pro Jahr begehen wir auch das gesamte Leitungsnetz und machen vom Boden aus eine Sichtkontrolle", sagt der Bereichsleiter.

"Ein Fünftel der Masten klettern wir auch ab." Immer wieder komme es vor, dass man bei den Überprüfungen auf neue Bauwerke, zum Beispiel Garagen, stoße. "Viele wissen nicht, dass sie unter den Leitungsnetzen nicht einfach bauen dürfen." Ohnehin befänden sich meistens Park- oder Kleingartenanlagen unter den Stromtrassen. "Wenn wir zu Fuß zur Kontrolle kommen, kennen uns die Kleingärtner oft schon und begrüßen uns mit: ,Sie sind doch die aus dem Hubschrauber, oder?'", erzählt Norbert Hagelstein.

Gefährlich seien die Helikopterflüge nicht. Alle Beteiligten seien sehr routiniert. Auch die mögliche Elektrosmog-Belastung durch die Nähe zu den Leitungen macht ihm keine Sorgen. "Wer zehnmal am Tag mit dem Handy telefoniert, bekommt eine größere Strahlenbelastung ab", sagt er.

(RP/rl)