Langenfeld Hilden Urlaub – mit und ohne Reisebüro

Reisebüros: Urlaub mit und ohne Reisebüro

Ob exotischer Trip oder die klassische Städtereise: Was kann die Agentur besser als der Urlauber im Internet? Wir haben den Selbst-Test gemacht.

Ein Reiturlaub soll es sein – irgendwo im Bereich Mongolei, Kirgisistan – auf die Spuren Dschingis Khans wollen wir uns begeben. Nur: Wie kommen wir dahin und was muss beachtet werden? Im Internet wird man schnell fündig: Unter www.reiterreisen.com werden Ziele in aller Welt angeboten. Ob Europa, Afrika, Asien, Amerika, Australien oder Neuseeland – es gibt nichts, was man nicht per Pferd erkunden kann. Wir sind zwei erfahrene Reiterinnen und haben schon mehrere Urlaube zu Pferd hinter uns, unter anderem in Indien.

Der Anbieter Pegasus bietet mehrere Ziele in der Mongolei und Kirgisistan an. Die „Kirgisistan Durchquerung“, eine Reise von 16 Tagen, davon 11 hoch zu Ross, klingt spannend: Jeder Tag ist ausführlich beschreiben. Steppen und hohe Berge, Unterkunft in Jurten, in der Hauptstadt Bischkek natürlich im Hotel, Kosten der Reise: 1500-1600 Euro, je nachdem, wann man fährt.

Der Flug muss separat gebucht werden. Eine schnelle Online-Anfrage bietet einen Flug von Düsseldorf nach Bischkek, hin und zurück, für 362 Euro pro Person an. Das wird teuer, aber vielleicht gibt es ja auch günstigere Angebote? Klar: www.asia-expeditions.de, vermutlich ein russischer Anbieter, denn der Chat wird auf Russisch und Englisch angeboten, lockt mit einem ähnlichen Trip: 13 Tage für 770 Euro. Der Reisepreis hängt hier allerdings von der Anzahl der Teilnehmer ab und variiert zwischen 1900 und 820 – Dollar, nicht Euro. Dann müssen Bausteine ausgesucht und dazu gebucht werden und es wird unübersichtlich.

Reiturlaub in Kirgisistan. Foto: Pegasus Reiterreisen

Der andere Urlaubswunsch: vier Tage Prag, vielleicht im Mai und Anreise mit dem Flugzeug. – Das Internet lockt mit Super-Billig-Angeboten: vier Tage ab 175 Euro Flug und Hotel – wow. Gibt man dann die gewünschte Reisezeit ein, kostet die Städtereise schon ab 451 Euro pro Person in einem relativ gut gelegenen Hotel zum Wunschtermin im Mai. Ausflüge sind da noch nicht mit drin. Flug ab Köln oder Düsseldorf, der Preis bleibt gleich. Es werden aber von beiden Flughäfen andere Hotels angeboten, das macht den Vergleich mühsam. Und Ausflugspakete: Soll man sie lieber in Deutschland oder erst in Prag buchen. Schon wieder wird es kniffelig.

  • Hilden : Gemeinsam Schunkeln mit Kölsche Tön

Ab ins nächste Reisebüro: Zu Dahmen an der Mittelstraße in Hilden. Büroleiterin Martina Bochem nimmt sich viel Zeit, ist praktischerweise selbst Reiterin. Gemeinsam prüfen wir das Angebot von Pegasus, gegen das die Fachfrau nichts einzuwenden hat: „Ausführlich beschrieben, klingt vernünftig.“ Fehlt noch der Flug: Ab Düsseldorf 513 Euro pro Person. – So viel? „Sie müssen das Gepäck dazubuchen, Wartezeiten berücksichtigen, wie oft und wo wird umgestiegen, wie sehen die Einreisebestimmungen aus, wird ein Visum benötigt. Wenn Sie uns die Reise organisieren lassen, kümmern wir uns um all das, auch um die Reiseversicherung.“ Diese Dienstleistung kostet den Kunden – nichts. Bochem schaut gleich nach, wie das Klima ist, „Nicht, dass sie in der Regenzeit hinfahren, oder wenn es im Gebirge schon schneit.“ Bleibt die Frage: Geht es auch billiger? Vielleicht mit einem lokalen Anbieter. Die Fachfrau ist skeptisch: „Im Prinzip schon, aber da müssen sie genau darauf achten, wo der Gerichtsstand ist, sollten Angebote, die aus vielen Bausteinen bestehen, eher meiden, so etwas vermitteln wir nicht.“ Aber den Rest, Flüge, bei Bedarf Mietwagen etc., den würde die Agentur vermitteln.

Natürlich gibt es auch Tipps für die Städtereise nach Prag: Martina Bochem zaubert in wenigen Minuten ein Komplettangebot für rund 500 Euro pro Person aus dem Internet. Bleibt nur noch die Frage: Zusatzleistungen vor Ort buchen oder erst in Prag? Bochem lässt den Kunden wählen: „Wenn Sie das jetzt buchen, müssen sie sich in Prag um nichts mehr kümmern. In Prag könnten Besichtigungsprogramme günstiger angeboten werden, Sie wissen aber nicht, ob dann auch alles verfügbar oder vielleicht doch schon ausgebucht ist.“

Hebbel, unter anderem in Langenfeld, Monheim, Hilden, verfährt übrigens genauso. In einem Telefonat mit Walter Hebbel, dem Chef „der größten selbständigen privaten Reisebürokette im Raum Düsseldorf mit 21 Reisebüros und 80 Mitarbeitern“ (Eigenwerbung), der sich ebenfalls viel Zeit nimmt, erhalte ich eine Kurzfassung der Vorzüge einer Reisebürobuchung: „Mittlerweile haben viele private Kunden, Geschäftsleute und Firmen aus dem Internet (wieder) zu uns gefunden, weil wir technisch auf dem Laufenden sind und sie in allen Belangen des Reisens nachhaltig betreuen.“ Wer im Reisebüro bucht, „zahlt nicht mehr als ein Onlinekunde und kann eine Menge Zeit sparen, denn der Online-Kunde verbringt im Schnitt sieben Stunden im Internet und weiß immer noch nicht sicher, ob er für sich das Richtige und den günstigsten Preis gefunden hat. Wir gehen auf den Kunden ein, und er kann sich sicher sein, dass wir gemeinsam das Richtige finden.“ Die Kommunikation zwischen Reisebüro und Kunden findet im Büro, per Telefon oder Mail statt, ist also auch für Berufstätige eine Option.

Fazit: Reisebüros haben jede Menge Vorzüge gegenüber der Internetbuchung. Diese ist allerdings bei einfachen Trips, etwa der Pauschalreise oder All-Inclusive-Angeboten, sicher die bequemere Variante – wenn man in der Internetsuche fit ist und auf das Kleingedruckte achtet.