Langenfeld Hilden Mit Grünzeug in die Fastenzeit starten

Einkaufen : Mit Grünzeug durch die Fastenzeit

In den sechs Wochen vor Ostern üben viele Menschen Verzicht: auf Fleisch, Süßes oder Alkohol. Andere versuchen, überschüssige Pfunde loszuwerden.

Für viele ist seit Aschermittwoch alles vorbei – zum Beispiel mit Süßigkeiten, Fleisch, Alkohol oder Zigaretten. Andere fasten, um überflüssige Pfunde loszuwerden. Mit Obst und Gemüse ist dies auf schmackhafte Art und Weise möglich, wirbt der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauern.

Leider ist die Auswahl an rheinischem Obst und Gemüse aktuell sehr überschaubar, räumen Siegfried Schultk aus Langenfeld und Atilla Aksu aus Hilden ein. Schultk, der seine Ware auf den Wochenmärkten in Langenfeld und Haan verkauft, wirbt mit „Regional und saisonal gleich optimal“ und legt viel Wert auf frische Produkte. „Feldsalat und Äpfel gibt es, die Walnüsse beziehe ich aus Grenoble statt aus Kalifornien – wie früher.“ Die Kunden seien anspruchsvoll. Deutsche Walnüsse könnten es mit den französischen nicht aufnehmen.

„Im Moment sind nur diverse Kohlsorten, etwa Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing, aus regionalem Anbau zu bekommen. Das feinere Gemüse beziehen wir aus dem europäischen Ausland. Mit den diversen Kohlsorten lassen sich Eintöpfe oder Aufläufe machen, etwa in Kombination mit Kartoffeln aus der Lüneburger Heide.“ Eintöpfe können Verzichtsbereite auch ohne Fleisch und Wurst schmackhaft zubereiten. Ein Gemüseeintopf sättigt. Pellkartoffeln mit einem frischen Kräuterdip wecken Frühlingsgefühle. Schultk freut sich schon: „Bald gibt es wieder Spargel. Der erste wird schon gestochen, im beheizten Anbau, den bieten wir noch nicht an, denn in wenigen Wochen können wir mit deutschem Spargel auf den Markt gehen.“ Jetzt sei erst einmal Fasten angesagt: An Aschermittwoch habe er „Heringsstipp und Kartoffeln“ gegessen. „Das ist ein Energiespender“, betont der Händler, der die Fastenzeit tatsächlich zum Abnehmen nutzt: „Ich verzichte auf Süßigkeiten, Käse und Knabberkram.“

Atilla Aksu hat einen gut sortierten Obst- und Gemüseladen an der Mittelstraße in Hilden: Grünfutter. Seine Kunden gelüstet es derzeit nach knackigem Salat. Auch er legt Wert auf den Verkauf regionaler, noch dazu möglichst loser Ware. Und was kaufen die Leute: „Wildkräutersalat in der Plastiktüte, darüber bin ich nicht so glücklich.“ Auch er hofft auf bessere Zeiten, denn: „Wer Lust auf Salat hat und regionale Produkte bevorzugt, bekommt frisch und regional fast nichts. Ob Blattsalate (außer Feldsalat), Gurken, Tomaten, Möhren, Zucchini und diverse Kräuter – sie alle kommen „überwiegend aus Belgien und den Niederlanden, Italien und Spanien, wo sie in beheizten Treibhäusern angebaut werden.“

Der Branchenverband weist darauf hin, dass „die verschiedenen Obst-, Gemüse- und Kräuterarten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe enthalten.“ Das Immunsystem werde gestärkt. Durch die Ballaststoffe wird die Verdauung angeregt. Und: „Gemüsearten wie etwa Pastinaken wirken basisch und damit entsäuernd.“ Atilla Aksu bietet in seinem Geschäft auch Pastinaken und Petersilienwurzeln an. „Pastinaken werden zusammen mit Kartoffeln und Möhren zu Kleinkinderbrei verarbeitet“, weiß er von seinen Kunden. Ansonsten seien sie, genau wie Knollen- und Staudensellerie, „gut für Brühe, Suppen und Eintöpfe.“ Einige der Gemüse- und Kräuterarten wirken durch ihren hohen Kaliumgehalt harntreibend und entschlackend. Aksu bietet auch Topinambur an, in manchen Regionen Erdapfel genannt. „Das ist ein guter Kartoffelersatz mit wenig Kohlehydraten“, weiß der Gemüsekenner. „Insofern ist Topinambur gut für Leute, die abnehmen wollen. Er selbst hat mit Fasten nichts zu tun, wohl aber einige seiner Kunden. Eine Frau aus Benrath etwa, die eine große Tüte Wildkräutersalat mitnimmt: „Ich trinke bis Ostern keinen Alkohol mehr, sondern stattdessen viel Kamillentee, ungesüßt. Außerdem esse ich in dieser Zeit mehr Salat und Obst“, sagt sie.

Frisches Obst und Gemüse aus dem Rheinland oder dem benachbarten Ausland können also in der Fastenzeit beim Abnehmen helfen. Leckere Rezepte – auch ohne Fleisch und Wurst – kennen die meisten Händler. Und wenn es dann auch noch schmeckt, kann Diät richtig Spaß machen.

Mehr von RP ONLINE