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Hilden: Landtagsabgeordneter im Polizeieinsatz

Hilden : Landtagsabgeordneter im Polizeieinsatz

Für den CDU-Landtagsabgeordneten Harald Giebels begann am Dienstag um 13.30 Uhr ein ungewöhnlicher Arbeitstag. Er begleitete die Polizeibeamten der Hildener Wache während ihrer Spätschicht.

Und durfte gleich zu Beginn einen besonders großen Einsatz miterleben. An der Feuerwache kontrollierten Nachwuchspolizisten Autofahrer auf Alkohol und Drogen. Mit dem hohen Besuch habe der Einsatz allerdings nichts zu tun gehabt, versichert Dienstgruppenleiter Jörg Feistner: "Das war eine Fortbildungsmaßnahme." Polizisten verschiedener Wachen hätten die Weiterbildung mitgemacht und nun ihr neues Wissen praktisch anwenden können.

Erschreckende Zahlen

Harald Giebels war beeindruckt. "Für mich erschreckend war die hohe Zahl derjenigen, die auffällig wurden: etwa zehn Prozent der Fahrzeugführer", berichtet er von seiner ersten Polizeierfahrung. Danach ging es mit den neuen Kollegen zur Wache in Erkrath / Hochdahl, wo er Einblicke in einen etwas trockeneren Teil des Arbeitsalltags erhielt.

"Dort habe ich auch mal gesehen, wie viel Papierkram Polizeiarbeit mit sich bringt", sagt der Politiker. Die Polizisten konnten die Gelegenheit, den CDU-Politiker im Haus zu haben, auch nutzen, um ihre eigenen Interessen zu vertreten. "Wir haben auch über die technische Ausstattung gesprochen", so Giebels. Die habe sich in den vergangenen Jahren seiner Ansicht nach deutlich verbessert.

Auch mit der Personaldecke ist Jörg Feistner zurzeit zufrieden. Die Umstrukturierungen in der Vergangenheit hätten Wirkung gezeigt. Sorgen macht ihm allerdings die Zukunft. "Wir haben eine große Fluktuation vor uns", sagt der Dienstgruppenleiter. Er selbst gehe 2019 in Rente, mit ihm viele Kollegen. "Die Zahlen, die wir hatten, als ich in den 70er Jahren angefangen habe, werden wir wohl nicht mehr erreichen", fürchtet Feistner.

Gewalt gegen Polizisten

Ein wichtiges Thema für Giebels war auch die Gewalt, die gegen Polizisten ausgeübt wird. "Dieser Trend nimmt offenbar immer mehr zu", sagt er. Seine Fraktion sei dafür, dieser Entwicklung entgegenzutreten, indem Strafen verschärft werden. "Wir möchten den strafrechtlichen Schutz der Polizei und anderer Rettungskräfte verbessern." I

m Rahmen einer Rundreise durch seinen Wahlkreis besuchte der Haaner Landespolitiker bereits die Waldkaserne in Hilden und wird demnächst eine Schicht im Krankenhaus mitarbeiten, um, wie er sagt, "das Ohr am Leben zu haben".

(RP)