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Landtags-Wahlkreis 38, Kandidaten zu Bildung, Wohnen, Sicherheit

Landtagswahl am 15. Mai 2022 Die Kandidaten im Themen-Check : So wollen die Landtagskandidaten die Bildung stärken

Drei große Themen beschäftigen die Landespolitik neben Corona derzeit: Bildung, Sicherheit und Wohnen. Wir haben die Kandidaten aus dem Wahlkreis Mettmann II (38) gefragt, wie sie die Herausforderungen in diesen Bereichen meistern wollen.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in NRW vorantreiben?

Christian Untrieser (CDU) Unsere Kinder verdienen die beste Bildung. Heute unterrichten 13.300 Lehrkräfte mehr als 2017 an den öffentlichen Schulen. Für die Schuleingangsphase stehen 1745 sozialpädagogische Fachkräfte bereit (2017 waren es nur 569). Wir haben den Schülerinnen und Schülern wieder mehr Zeit zum Lernen gegeben und G9 eingeführt, wo das gewünscht war. Außerdem haben wir das Inklusions-Chaos beendet und die gut arbeitenden Förderschulen gerettet. 55.000 Ganztagsplätze wurden seit 2017 eingerichtet. Wir haben 60 Talentschulen eingerichtet. Seit 2021 werden alle Grundschulen mit Konrektorenstellen unterstützt. Wir haben kräftig in die digitale Lehre investiert und über den DigitalPakt Schule 1 Milliarde Euro für den Aufbau schulischer IT-Infrastruktur und digitale Ausstattung gegeben. Alle Lehrer und alle bedürftigen Schüler haben ein Tablet oder ein ähnliches Gerät. 

Matthias Stascheit (SPD) Die Bildungspolitik ist unterfinanziert und die Ergebnisse sind ungerecht. Im Hinblick auf die Abhängigkeit des erreichten Bildungsabschlusses von Einkommen und Bildung der Eltern belegt NRW in Europa einen unrühmlichen Spitzenplatz. Das wollen wir ändern. Bildung ist ein Versprechen an die junge Generation, ihre Begabungen ausschöpfen zu können. Den Status der Eltern wird man hier nie völlig ausblenden können, aber wir möchten ihn durch kostenlose Bildung von der Kita bis zur Hoch- oder Meisterschule soweit wie möglich zurückdrängen.

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Dirk Wedel (FDP) Wir wollen mehr Bildungsqualität erreichen, insbesondere durch eine bessere Schüler-Lehrer-Relation und kleinere Klassen. Für dieses Ziel muss der Lehrkräftemangel dauerhaft und strukturell behoben werden. Wir haben die ersten 60 Talentschulen in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen eingerichtet. Um alle Talente zu fördern, wollen wir dieses Projekt auf 1000 Talentschulen im ganzen Land ausweiten. Bis Ende 2022 soll jede Schule einen Anschluss ans schnelle Internet erhalten. Alle Schülerinnen und Schüler sollen zukünftig bei einem moderaten Eigenanteil ein digitales Endgerät zur Verfügung gestellt bekommen. Schülerinnen und Schüler, die sich bisher kein digitales Endgerät leisten konnten, sollen auch weiterhin von einer Zuzahlung befreit sein.

Andreas Nixdorf (AfD) Ich sehe für Mettmann die Schließung der Realschule kritisch. Ich hätte gern das mehrgliedrige Schulsystem erhalten. Die Gesamtschule lehne ich ab; sie schert sämtliche Leistungsniveaus über einen Kamm und bringt keine echte Bildungsgerechtigkeit.

Ina Besche-Krastl (Grüne)  In der Bilanz muss man feststellen, dass Frau Gebauer keines der großen Versprechen aus dem letzten Wahlkampf eingehalten hat. Die Corona-Pandemie wirkte wie ein Brennglas auf die ohnehin schon ungleich verteilten Chancen in unserem Bildungssystem. Das Pandemie-Management hat Eltern, Kinder und das Lehrpersonal mehr als einmal über Gebühr belastet. Sowohl Ankündigung als auch die Umsetzung von Maßnahmen haben für Unsicherheit auf allen Seiten gesorgt. Wir wollen in Bildung der Zukunft investieren. Dies erfordert sowohl die Ausstattung mit modernen Lernmitteln, aber auch mehr Lehrkräfte und kleinere Klassen. Kinder haben das Recht auf eine individuelle Förderung.

Natalie Meisen (Linke) Wir wollen eine Schule, die jedem Kind gerecht wird und echte Inklusion ermöglicht. Kleinere Klassen, mehr Lehrkräfte, umfassende Gebäudesanierungen, die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems zugunsten von Gesamtschulen und den Ausbau der Digitalisierung. Jedes Kind braucht ein eigenes Endgerät. Außerdem wollen wir das Sitzenbleiben, die Hausaufgaben und die Noten abschaffen, wie es Reformpädagoginnen und Pädagogen seit Jahrzehnten fordern und auf dessen Forderungsqualität zig Studien hinweisen. Rundum – das Bildungssystem muss modernisiert werden, ein Blick in die umgebenden Länder reicht, um zu erkennen, dass wir nicht mithalten können.

 

Thorsten Klimczak  (parteilos) Ich möchte Lehrer fördern, ebenso die Motivation der Schüler, Ganztagsschulen weiter ausbauen und eine bessere Berufsorientierung bieten sowie Vorsorge betreiben, um Ausbildungsabbrüche zu verhindern. isf

(isf)