1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: "Ladies' Day" in der Autowaschanlage

Hilden : "Ladies' Day" in der Autowaschanlage

Bei "Car Wash" in Hilden wird jeden Mittwoch die Gleichberechtigung außer Kraft gesetzt. Dann zahlen die Frauen am Steuer weniger. Der Werbegag kommt bei den weiblichen Kunden an.

Bei "Car Wash" ist am Vormittag erstaunlich viel los für einen Mittwoch. Es sind in erster Linie Frauen im Rentenalter, die die Autowaschanlage an der Oststraße in Hilden ansteuern. Jeden Mittwoch ist dort "Ladies' Day", das heißt, Frauen bekommen an dem Tag einen Rabatt auf die Autowäsche, sie zahlen beispielsweise nur 7,50 Euro statt zehn Euro.

Waltraud Gerhardts hat die Waschanlage mit ihrem Auto bereits durchlaufen und putzt noch ein wenig nach. "Meine Enkelkinder krümeln immer herum", erklärt sie und beseitigt die letzten Keksspuren. "Früher habe ich mein Auto woanders waschen lassen. Aber hier kann man ja mittwochs sparen, und deshalb komme ich regelmäßig." Auch die anderen Frauen outen sich als Sparfüchse.

Was sie mit dem gesparten Geld machen? Betreiber Ralf Eller hat da so eine Vermutung: "Mehr Schuhe kaufen." Doch das ist nicht der Fall. "Meine Enkelin hat Geburtstag und wünscht sich Reitstunden", erzählt Waltraud Gerhards. Anja Meier will damit "die Urlaubskasse auffüllen" und Brigitte Hammes aus Solingen das gesparte Kleingeld "an der nächsten Ecke wieder ausgeben".

Nur die Männer, die am Mittwoch die Waschanlage nutzen, zahlen genauso viel wie sonst auch. Bisher habe sich noch keiner beklagt, versichert Eller. In seinen beiden Waschstraßen in Hilden und Solingen gibt es den "Ladies' Day" bereits seit einigen Jahren.

"Mittwochs ist wenig los. Da habe ich mir gedacht, dass ich die Anlagen besser ausgelastet bekomme, wenn ich eine Sonderaktion anbiete", erklärt er. Diese Rechnung ist voll aufgegangen. Inzwischen kommen jeden Mittwoch 200 bis 300 Kunden zum Hildener Frauen-Autowaschtag. Das sei gut und werde nur am Wochenende getoppt — mit 300 bis 500 Kunden pro Tag.

An allen anderen Tagen kommen mehr Männer als Frauen zum Waschen, hat Eller beobachtet. Seine Theorie: "Frauen sind die Autowaschanlagen nicht so ganz geheuer." Diese These bestätigt jedoch keine der Kundinnen. Alle Frauen loben die Waschleistung der Anlage und das nette Personal.

Ralf Eller legt viel Wert darauf, dass seine Mitarbeiter lange bei ihm bleiben. Wenn er selbst mal für einen Erkrankten einspringt, "dann denken die Kunden, ich sei eine Aushilfe", lacht er.

Seine Kunden seien zu 80 Prozent Stammkunden. "Davon lebt eine Autowaschanlage, nicht davon, dass Leute nur einmal zum Waschen kommen." Deswegen gibt es Zehnerkarten und: Aktionen wie den "Ladies' Day".

(RP/rl)