Hilden: Kulturpreis für Oehlert

Hilden: Kulturpreis für Oehlert

Im Mettmanner Kreishaus ist die Hildener Künstlerin Katharina Gun Oehlert mit dem Kulturpreis des Kreises Mettmann für Malerei ausgezeichnet worden. Er ist mit 4000 Euro dotiert.

Hilden/Mettmann Im Ratssaal des Bürgerhauses an der Mittelstraße hat Katharina Gun Oehlert mit einem Tapisserie-Kunstwerk Akzente gesetzt. "Steht man vor dieser beeindruckenden Bildfolge, wandert das Auge, und dem Betrachter erschließt sich ein Kosmos einzelner erkennbarer Gegenstände und Symbole, der die Geschichte dieser Stadt in einzigartiger Weise erzählt", lobte Laudator Dr. Rolf Jessewitsch, Leiter des Solinger Kunstmuseums, jetzt im Mettmanner Kreishaus die Wandteppiche der Künstlerin. Oehlert ist die Gewinnerin des mit 4000 Euro dotierten und in diesem Jahr in der Sparte "Malerei" ausgeschriebenen Kulturpreises des Kreises Mettmann, der von Landrat Thomas Hendele überreicht wurde.

Durch ihre monumentalen Raum- und Objektinstallationen, die von ihr entwickelte Technik der Tapisserie aus Bild- und Textmaterial auf Papier und Seide und durch ihre subtile Malerei auf Leinwand hat sich die 1953 geborene Hildenerin einen Namen gemacht. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie 1976 bis 1981 durch Professorin Rosmarie Kesselheim. 1997 wurde sie bei der Bergischen Kunstausstellung bereits mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

"Meist ohne vorangehende Skizze schafft sie mit beschnittenen, oft breiten oder zugespitzen harten Pinseln oder mit Werkzeugen aus dem Haushalt dünnflüssige oder pastose Farbaufträge", erklärte Jessewitsch, der Mitglied der Jury war. "Es entstehen schemenhaft angedeutete Wesen und zarte, überirdisch anmutende Gesichter."

Oehlerts Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in Düsseldorf, Köln, Bonn, Frankfurt, Berlin, Nimwegen und Barcelona. Für nächstes Jahr hat das Prager Museum Montanelli sie zu einer Einzelschau eingeladen. Auch plastische Arbeiten zählen seit Jahren zu ihrem Repertoire.

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"Wie die Musik spricht die bildende Kunst die Befindlichkeit des Menschen an. Seine Wünsche, seine Ängste und seine Träume — das sind die Themen von Katharina Gun Oehlert", so Jessewitsch. "Die Jury des Kreises würdigt mit der Preisverleihung diesen Ansatz." Zudem war man sehr angetan davon, dass die Arbeiten zur Diskussion einladen, die Fantasie anregen und Raum für Assoziationen lassen.

"Ich freue mich über den Preis", erklärte Oehlert anschließend. "Er ist eine feine Ehrung." So sieht es auch Beigeordneter Reinhard Gatzke. "Frau Oehlert ist eine geschätzte Hildener Künstlerin", sagte er. "Daher ist die Freude sehr groß, dass sie diesen Preis bekommen hat." 43 im Kreis lebende oder arbeitende Künstler hatten sich darum beworben. Nachdem eine Jury — bestehend aus Mitgliedern der Kreistagsfraktionen, Rolf Jessewitsch sowie Dr. Alexandra König (Museum der Stadt Ratingen) und Birgit Jensen (Künstlerin und Lehrbeauftragte für Malerei an der Fachhochschule Düsseldorf) als beratende Fachjuroren — eine Vorauswahl getroffen hatten, votierte der Ausschuss für Schule und Kultur des Kreises im November einstimmig für Katharina Gun Oehlert als Preisträgerin.

Hintergrund www.rp-online.de/hilden

(RP)