Kulturamt startet durch: Musikschulleiterin Eva Dämmer übernimmt Amt

Hilden : Kulturamt mit neuer, überraschender Spitze

Musikschulchefin Eva Dämmer übernimmt halbe Leitungsstelle und wird dabei von Kunsthistorikerin Sandra Abend unterstützt.

Die Suche nach einer Nachfolgerin für die ehemalige Kulturamtsleiterin Monika Doerr ist zu Ende. Die Leiterin der Musikschule Hilden (MSH) Eva Dämmer beerbt die im Herbst 2018 in Ruhestand gegangene Doerr. Allerdings wird sie ihren aktuellen Job nicht aufgeben: Sie bleibt weiterhin Leiterin der MSH. Beide Stellen wird sie zu jeweils 50 Prozent übernehmen.

Auf Seiten des Kulturamtes wird sie von Kunsthistorikerin Sandra Abend unterstützt. Die Kuratorin übernimmt die neu geschaffene Stabsstelle Bildende Kunst. „Gemeinsam werden sie neue Impulse für die Kulturstadt Hilden setzen“, sagt Kulturdezernent Sönke Eichner. Während Eva Dämmer vor allem auf dem Gebiet der darstellenden Kunst zu Hause ist, kennt sich Sandra Abend mit bildender Kunst aus. Beide ergänzen sich und bringen jeweils ein großes Netzwerk an Kontakten mit. „Die Stellenaufteilung ist nicht aus der Not geboren. Wir probieren hier etwas ganz Neues aus“, sagt Sönke Eichner.

„Wir teilen uns die Kompetenzen auf“, sagt Sandra Abend. Dabei sei es wichtig, auf die bereits vorhandene, sehr gute Kulturarbeit aufzubauen. „Die Angebote in Hilden haben ein sehr hohes Niveau“, sagt Eva Dämmer. Das gemeinsame Ziel sei daher, Synergien zwischen den Kultursparten zu schaffen, die Zusammenarbeit mit anderen Ämtern und Institutionen zu verbessern, den Bereich kulturelle Bildung weiterzuentwickeln und zusätzliche Angebote für ein junges Publikum zu schaffen. „Innovative, junge Positionen sind ebenso wichtig wie klassische, etablierte Arbeiten“, erklärt Kunsthistorikerin Sandra Abend.

Erste Ideen, wie sie in Zukunft agieren möchten, haben die beiden bereits. „Wir haben darüber nachgedacht, im Rahmen des Hildener Sommers aus den Institutionen raus zu gehen in die Innenstadt, vielleicht ein Miniaturmuseum aufzubauen oder einen kleinen Kultur-Parcours aufzustellen“, sagt Eva Dämmer. Ziel sei es, die Institionen noch stärker in die Öffentlichkeit zu rücken, berichtet Sandra Abend. „Wir wollen neue Besuchergruppen erschließen und gleichzeitig das Stammpublikum binden“, erklärt Eva Dämmer.

50 Prozent ihrer Zeit wird die neue Kulturamtsleiterin weiterhin an der Gerresheimer Straße verbringen. „Die Musikschule ist ihr Baby“, sagt Sönke Eichner. Ohne den Kompromiss hätte sie das Kulturamt nicht übernommen. „Das wird eine große Herausforderung“, erklärt Eva Dämmer. Ihre Aufgaben in der MSH soll zum Teil die Stellvertreterin oder der Stellvertreter übernehmen. Die Stelle ist momentan noch vakant, die Stadt prüft gerade, wann die Ausschriebung erfolgen kann – was an der Musikschule zu einer Doppelbelastung für Eva Dämmer führt, denn sie wird dort wie auch im Kulturamt in alle Prozesse eingebunden. Sandra Abend soll die Stabsstelle voraussichtlich am 1. Januar 2019 übernehmen.

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